Gangarten der Arteriosklerose

  • G. Schettler

Zusammenfassung

Umbauerscheinungen der Arterien lassen sich im Verlauf des gesamten Lebens feststellen. Bereits beim Säugling kann man lipidhaltige Speicherungen in den innersten Arterienschichten feststellen, die sich später wieder vollkommen zurückbilden. Diese Lipidflecken sind nicht die Matrix späterer degenerativer Veränderungen, aber sie zeigen an, daß die Gefäßwand ihre eigene Dynamik hat. Der von M. Bürger (1960) geprägte Begriff der Bradytrophie gilt heute gewiß nicht mehr. Es ist nicht länger angezeigt, eine sog. Physiosklerose von der Pathosklerose zu unterscheiden. Die Grundprozesse des Arterienumbaus laufen bei jedem Menschen ab, aber es ist von entscheidender Wichtigkeit, wann der arteriosklerotische Wandumbau zu funktionellen Störungen führt. Es gibt schwerstausgeprägte generalisierte Arteriosklerosen bei hochbetagten Menschen, die lebenslang frei von gefäßbedingten Störungen waren, und es gibt Todesfälle bei Jugendlichen, die durch einen einzigen ungünstig lokalisierten arteriosklerotischen Herd verursacht wurden. Auch schwere, nicht selten zum Tode führende Herzrhythmusstörungen können durch relativ geringfügige arteriosklerotische Herde in den versorgenden Gefäßen des Herzreizleitungssystems bedingt sein. Einerseits ist das Schicksal des arteriosklerotischen Menschen also weitgehend von der Topographie der Läsionen bestimmt; andererseits zeigt die Erfahrung, daß arteriosklerosebedingte Komplikationen um so häufiger vorkommen, je weiter der arterielle Umbauprozeß fortgeschritten ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • G. Schettler

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