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Ursprung der medizinischen Ethik in der Situation des Helfens

  • Franz Josef Illhardt

Zusammenfassung

Erfahrung ist eine besondere Art, sich von der Wirklichkeit betreffen zu lassen. Im Unterschied zu diskursivem Denken, d.h. Überlegen, und projektivem Denken, d.h. Planen, „hat Erfahrung ihren Grund im unmittelbaren Widerfahrnis von objektiv Gegebenem, das seine Gegenwart unwiderstehlich bezeugt“ (Biemer). Jemand, der „erfahren“ genannt wird, weiß, worum es bei seinem Verhalten und Handeln geht: warum er etwas tut oder nicht tut, was die Konsequenzen sind, wohin sein Handeln führt und mit welchen Schwierigkeiten er zu rechnen hat. Mit anderen Worten: er kennt die Begründung seines Handelns, die Wichtigkeit der Folgen, die Zielsetzung und die Praktikabilität dessen, was zu tun ist. Deswegen ist sich der Erfahrene auch sicherer als der Unerfahrene, daß es gut ist, was er tut und wie er es tut. Das ethische Urteil und das Urteil der Erfahrung liegen demnach nahe beieinander. Darum sind medizinethische Probleme nicht primär von außen als mahnende Inpflichtnahme durch juristische oder philosophischtheologische Vorgaben in die Medizin hineingetragen. Medizinische Ethik liegt reflektiert oder unreflektiert -in der Situation des Helfens selber begründet.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • Franz Josef Illhardt
    • 1
  1. 1.Institut für Geschichte der MedizinAlbert-Ludwigs-UniversitätFreiburg i. Br.Deutschland

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