Das moderne Konzept der aktinischen Keratosen

  • E. G. Jung
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft book series (VDGDERMATOLOGIE, volume 33)

Zusammenfassung

Die Unterscheidung der morphologischen Varianten der aktinischen Keratosen ist bekannt. Als Ursprung wird eine UV-induzierte somatische Mutation von Keratinozyten angenommen Die Entwicklung der Präkanzerose aus der Mutation unterliegt einer Vielzahl von Einflüssen, ebenso wie der Übergang der Präkanzerose in einen realisierten Tumor.

Aktinische Keratosen stellen Präneoplasien (Präkanzerosen) im epidermalen Kompartiment dar, die klinisch erkennbar und histologisch durch dysplastische Keratinozyten charakterisiert sind. Sie entstehen in der Folge einer somatischen Mutation von Keratinozyten, die sich in der Epidermis als Klonus ausbreiten, das epidermale Kompartiment herdförmig ausfüllen und auftreiben. Nur selten und spät werden auch die Bereiche der Follikel- und Schweißdrüsenausgänge besetzt. Die Zellen des pathologischen Klonus zeigen histologisch Kernatypien, vermehrt Mitosen, ungeordnete Anordnung der Zellen zueinander und gestörte Verhornung. Klinisch bemerkbar werden die aktinischen Keratosen durch die manifeste Verhornungsstörung und durch die epidermale Substanzvermehrung.

Man unterscheidet klinisch und histologisch 4 morphodynamische Typen (Abb. 1):
  1. 1.

    Plane (atrophische) Keratose mit wenig Substanzvermehrung in atrophischer Epidermis und parakeratotischer Verhornung.

     
  2. 2.

    Verruköse (hypertrophische) Keratose, bei der die Hyper-Parakeratose klinisch und histologisch im Vordergrund steht.

     
  3. 3.

    Cornu cutaneum als maximale Ausprägung der verrukösen Keratose, wobei Substanzvermehrung und eine turmförmige Hyperkeratose im Vordergrund steht.

     
  4. 4.

    Bowenoide Präkanzerose mit besonders ungeordneten Zellen des malignen Klonus im epidermalen Kompartiment, Einzelzelldyskeratosen und relativ geringen Veränderungen der Hornschicht.

     
Abb. 1

Die 4 wichtigsten morphologischen Typen der aktinischen Präkanzerose

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  • E. G. Jung
    • 1
  1. 1.Hautklinik Klinikum der Stadt MannheimMannheimDeutschland

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