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Alexithymie pp 12-32 | Cite as

Begriff, Symptomatik und gegenwärtiger Forschungsstand in der Alexithymiediskussion

  • M. v. Rad
  • F. Lolas
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Psychiatrie book series (PSYCHIATRIE, volume 30)

Zusammenfassung

Obwohl seit der eigentlichen Erstbeschreibung durch Ruesch (1948) inzwischen mehr als 30 Jahre vergangen sind, hat das zumeist unter den Namen „Alexithymie“ (Sifneos 1973) oder „pensée opératoire“ (Marty u. de M’Uzan 1963) diskutierte Verhalten vieler Patienten erst in den letzten Jahren ein breiteres und zumehmendes Interesse gefunden.Natürlich waren Einzelaspekte der Kernsymptomatik alexithymen Verhaltens — die Phantasieschwäche, die geringe Fähigkeit zum verbalen Gefühlsausdruck sowie die soziale Überangepaßtheit — schon sehr viel früher beobachtet und in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen beschrieben worden. So erwähnte Ferenczi (1924) „einen Menschentypus, der sich in der Analyse wie auch im Leben besonders phantasiearm, wenn auch nicht phantasielos, gebärdet, Menschen, an denen die eindrucksvollsten Erlebnisse spurlos vorbeizugehen scheinen. Solche sind imstande, in der Erinnerung Situationen zu reproduzieren, die nach unserer Schätzung in jedem Menschen notwendigerweise heftige Affekte der Angst, der Rache, der erotischen Erregung usw. und die zur Affektabfuhr erforderlichen Handlungen, Wollungen, Phantasien oder zumindest äußerliche oder innerliche Ausdrucksbewegungen hätten erwecken müssen, ohne auch nur die Spur solcher Reaktionen zu fühlen oder zu äußern.“ „Gestützt auf das Vorurteil, daß solches Verhalten auf Verdrängung psychi-schen Materials und auf Unterdrückung von Affekten beruht“ — mit dieser bemerkenswerten, vielleicht unbewußt zweideutigen Begründung — empfahl er eine aktivere psychotherapeutische Technik im Umgang mit Assoziationen und nahm damit in vielem bereits den späteren Theorie- und Therapiestreit vorweg (Ferenczi 1924).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  • M. v. Rad
  • F. Lolas

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