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Sind Kontrollierte Therapiestudien aus Rechtsgründen Undurchführbar ?

  • G. Schewe
Conference paper
Part of the Medizinische Informatik und Statistik book series (MEDINFO, volume 33)

Zusammenfassung

Nach der Rechtsprechung muß der Patient über Chancen und Risiken des Heileingriffs aufgeklärt werden. Danach bestünde bei kontrollierten Therapiestudien eine Aufklärungspflicht auch über Zwischenauswertungen, selbst wenn sich nur ein Trend zugunsten einer der getesteten Therapien ergäbe. Da dann die Patienten dem günstigeren Trend folgen würden, würde dies regelmäßig zum vorzeitigen Abbruch der Studie führen. Nach biostatistischen Stellungnahmen sind zwar die Chancen des Patienten, der dem Trend folgt, etwas günstiger; für die Beurteilung der Rechtslage wäre aber zu vergleichen zwischen dem Patienten, der an einer Studie teilnimmt und dem, der nicht teilnimmt. Dann bedeutet die Teilnahme jedoch keine Benachteiligung, da in beiden Fällen nur Zufallsentscheidungen möglich sind. Daraus ließe sich juristisch die Berechtigung ableiten, unter dem Aspekt der Zumutbarkeit die Aufklärungspflicht auf das Ausmaß der berechtigten Behandlungsinteressen der Patienten zu begrenzen.

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Literatur

  1. Bodenburg, R. (1981). Entzerrung der ärztlichen Aufklärungspflicht: Grundaufklärung und Einschätzungsprärogative. NJW 1981, 601–605Google Scholar
  2. Burkhardt, R. (1978). Kontrollierte Versuche und ärztliche Ethik. Deutsches Ärzteblatt, 2841–2845Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • G. Schewe
    • 1
    • 2
  1. 1.Institut für RechtsmedizinUniversität GießenDeutschland
  2. 2.Institut für RechtsmedizinJustus Liebig-UniversitätGiessenDeutschland

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