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„Lebende Fossilien“

  • Erich Thenius
  • Martin Lindauer
Chapter
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 81)

Zusammenfassung

Das letzte Kapitel ist „lebenden Fossilien“ gewidmet. Was versteht man überhaupt unter dieser Bezeichnung, die ein Widerspruch in sich ist und aus diesem Grund unter Anfüh-rungszeichen gesetzt ist. CH. DARWIN hat diesen Begriff erstmalig für den ostasiatischen Tempelbaum (Ginkgo biloba) verwendet, der sich als Angehöriger der rezenten Nacktsamer (Gymnospermen) von den übrigen Arten durch die Wuchsform, Beblätterung, Blütenbildung und die Art der Fortpflanzung beträchtlich unterscheidet. „Lebende Fossilien“ sind demnach keine zum Leben erweckten Fossilien, wie dies vor einigen Jahren für Bakterien aus permischen Steinsalzen gemeldet wurde, sondern Angehörige der heutigen Fauna und Flora. Sie unterscheiden sich von anderen rezenten Organismen durch altertümliche Merkmale, sind vielfach auf Schrumpf- oder Reliktareale beschränkt und stehen im System meist isoliert, da ihre nächsten Verwandten längst ausgestorben sind. Alle diese Eigenheiten treffen auf den Tempelbaum zu, der als Wildform auf ein begrenztes Areal in Südchina beschränkt war, heute jedoch als Parkbaum weltweit verbreitet ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • Erich Thenius
    • 1
  • Martin Lindauer
    • 2
  1. 1.Institut für PaläontologieUniversität WienWienÖsterreich
  2. 2.Zoologisches Institut der UniversitätWürzburgDeutschland

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