10 Jahre computerunterstützte Labordatenverarbeitung — Kritische Betrachtung und Erkenntnisse —

  • Albert J. Porth
Conference paper
Part of the Medizinische Informatik und Statistik book series (MEDINFO, volume 16)

Zusammenfassung

Anfang der 60er Jahre erhielt die klinische Chemie eine ständig wachsende Bedeutung in Diagnostik und Therapie. Das Spektrum der Analysenmethoden wurde stark erweitert, die Analysenverfahren wurden in ihrer Durchführung schneller, ihre Ergebnisse präziser und ihre Qualität wesentlich verbessert. Diese Erhöhung der Datenzuverlässigkeit und ihre schnelleren Analysierzeiten führten zu einer starken Erhöhung der Analysenanforderungen und belasteten in der Folgezeit das technische Personal in den Laboratorien immer mehr mit Schreib-und Rechenarbeiten. Hier bot sich der Computer wegen seiner konsequenten Arbeitsweise, seiner hohen Arbeitsgeschwindigkeit, seiner sicheren Speicherfähigkeit und seiner ebenfalls nützlichen Schreibmaschineneigenschaften als Hilfsmittel an. Als erste Systeme, die über ein Versuchsstadium hinausgelangten und teilweis heute noch im Routinebetrieb arbeiten, sind die im off-line-Modus arbeitenden Laborsysteme von Richterich und Ehrengruber (Bern), Rappaport (USA), Whitehead (Birmingham) und nicht zuletzt das System des Wiener Allgemeinarztes Schmidt zu nennen. Was diese Systeme auch heute noch hervorhebenswert macht, ist der hohe Grad der Rationalisierungswirkung, ihre gute Integrationsfähigkeit und die hohe Zuverlässigkeit der Hardware und Betriebssoftware. Zu den ersten im Labor eingesetzten Computern gehört die IBM 1130, die auch heute noch sogar für on-line-Systeme im langjährigen Routinebetrieb eingesetzt ist und in ihrer Leistungsfähigkeit mit den meisten eingesetzten Systemen durchaus konkurrieren kann.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. (1).
    APPEL, S., BOHG, V., FAHMÜLLER, B., KILLIAN, K., KIRZEDER, H., KNEDEL, M., PETSCH, H.: Organisation der elektronischen Datenverarbeitung in den klinisch-chemischen Instituten an den Städtischen Krankenhäusern München-Harlaching und München-Perlach. Z. analyt. Chem. 259; 214 (1972).CrossRefGoogle Scholar
  2. (2).
    BADKE, C., DELBRÜCK, A., HENKEL, E., PIGORS, R., PORTH, A. J.: Elektronische Datenverarbeitung mit direkter Probenidentifikation für das Zentrallaboratorium des mittleren Krankenhauses. Z. klin. Chem. klin. Biochem. 15; 144 (1977).Google Scholar
  3. (3).
    BERGNER, D., DITTMEYER, R., FUCHS, D., MATT, K., SÖHNEL, W., WALDHERR, T.: On-line-Auswertung von Meßdaten mit Hilfe eines Prozeßrechners Siemens 305. Z. analyt. Chem. 259; 214 (1977).Google Scholar
  4. (4).
    BOCK, H. E., EGGSTEIN, M. (Hrsg.): Diagnostik-Informationssystem. Springer, Berlin-Heidelberg-New York 1970.Google Scholar
  5. (5).
    DELBRÜCK, A.: On-line-Datenerfassung und -Verarbeitung im klinisch-chemischen Zentrallabor. IBM-Form K12-1012-0 S. 49–59, 1971.Google Scholar
  6. (6).
    KILLIAN, K.: Methoden für den Entwurf ökonomischer Systeme zur Auftragserfassung und Probenverteilung in klinischen Laboratorien. G-I-T Fachz. Lab. 2l: 1218–1226 (1977).Google Scholar
  7. (7).
    KNEDEL, M.: Datenverarbeitung im klinisch-chemischen Institut am Städtischen Krankenhaus München-Harlaching. Siemens AG, Erlangen 1971.Google Scholar
  8. (8).
    PIGORS, R.: Computerunterstützte statistische Qualitätskontrolle klinisch-chemischer Analysenverfahren an der Medizinischen Hochschule Hannover. Vortrag auf dem Symposium “Medizinische Informatik”, Hannover, 28.-30.3.1974.Google Scholar
  9. (9).
    PIGORS; R.: Mündliche Mitteilung über Auswertungen der Qualitätskontrolle am Krankenhaus Oststadt Hannover (1976).Google Scholar
  10. (10).
    PORTH, A. J.: Datenverarbeitungsprobleme bei der Probenidentifizierung in einem on-line an einen Prozeßrechner angeschlossenen klinisch-chemischen Laboratorium. G-I-T Fachz. Lab. 13: 819–823 (1969).Google Scholar
  11. (11).
    PORTH, A. J.: Probleme, praktische Lösungen und theoretische Begründung der Probenidentifizierung beim Einsatz von Prozeßrechensystemen im klinisch-chemischen Laboratorium mit on-line angeschlossenen Analysengeräte. Dissertation Technische Universität Hannover 1971.Google Scholar
  12. (12).
    PORTH, A. J.: Labordatenverarbeitung an der Medizinischen Hochschule. Bericht über dreijährige Erfahrungen im Einsatz. Vortrag auf dem Symposium “Medizinische Informatik”, Hannover, 28.-30.3.1974.Google Scholar
  13. (13).
    PORTH, A. J.: “Dedicated Systems” als Baustein beim Aufbau eines Gesundheitsinformationssystems. Vortrag vor den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses des Abgeordnetenhauses von Berlin, 8.11.1974.Google Scholar
  14. (14).
    PORTH, A. J., KILLIAN, K., PANGRITZ, H.: Hardware-Schnittstellen für den On-line-Anschluß von Geräten im klinisch-chemischen Labor an Datenverarbeitungsanlagen. Broschüre (deutsch und englisch) der Arbeitsgruppe Labordatenverarbeitung der Deutschen Gesellschaft der Medizinischen Dokumentation, Informatik und Statistik e. V. (GMDS), 1975.Google Scholar
  15. (15).
    PORTH, A. J.: Laboratoriumsdaten. In S. Koller und G. Wagner (Hrsg.): Handbuch der medizinischen Dokumentation und Datenverarbeitung, S. 663–701. Schattauer, Stuttgart-New York 1975.Google Scholar
  16. (16).
    PORTH, A. J.: Untersuchungen und Verfahren zur Plausibilitäts-kontrolle im computerunterstützten klinisch-chemischen Laboratorium. Habilitationsschrift Medizinische Hochschule Hannover, 1976.Google Scholar
  17. (17).
    PORTH, A. J.: Kritische Beurteilung des Einsatzes der Labor-EDV. G-I-T Fachz. Lab. 21: 1205–1209 (1977).Google Scholar
  18. (18).
    Gesetz über das Meß-und Eichwesen (Eichgesetz) vom 11. Juli 1969. Bundesgesetzblatt vom 15. Juli 1969, Teil I, 759–770.Google Scholar
  19. (19).
    Verordnung über Ausnahmen von der Eichpflicht (Eichpflicht-Ausnahmeverordnung) vom 26. Juni 1970. Bundesgesetzblatt vom 30. Juni 1970, Teil II, 960–965.Google Scholar
  20. Richtlinien der Bundesärztekammer zur Durchführung von Maßnahmen der statistischen Qualitätskontrolle und von Ringversuchen im Bereich der Heilkunde. Dtsch. Ärztbl. 68: 2228–2231 (1971).Google Scholar
  21. (21).
    AusführungsbeStimmungen und Erläuterungen zu den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Durchführung der statistischen Qualitätskontrolle und von Ringversuchen im Bereich der Heilkunde. Dtsch. Ärztebl. 71: 961–965 (1974).Google Scholar
  22. (22).
    Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie, Einführung der Qualitätskontrolle für die quantitativen klinisch-chemischen Untersuchungen in der Bundesrepublik Deutschland. Mitteilungen der Gesellschaft, Heft 3, 1974.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1979

Authors and Affiliations

  • Albert J. Porth

There are no affiliations available

Personalised recommendations