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Behandlung von Schlafstörungen

  • H. Coper
Conference paper

Zusammenfassung

Schlafstörungen sind weder eine selbständige Krankheit noch eine nosologische Einheit und stellen primär kein pharmakotherapeutisches, sondern ein diagnostisches bzw. differentialdiagnostisches Problem dar. Ihre Ursachen und Ausdrucksformen sind bekanntlich sehr verschieden. So können hirnorganische Veränderungen z. B. nach Encephalitis direkt mit einer Beeinträchtigung der Schlaf-Wachregulation verknüpft sein. Für die endogene Depression ist Schlaflosigkeit geradezu ein Kardinalsymptom. Mittelbar können Schlafstörungen Folge nächtlich auftretender Schmerzen sein, wie beispielsweise die charakteristischen Parästhesien beim Karpal-Tunnel-Syndrom oder das mit nächtlichen Muskelkrämpfen einhergehende Krampus-Syndrom. Auch eine einfache Herzinsuffizienz kann speziell beim älteren Menschen der Grund für schlechten Schlaf sein. Nicht selten sinkt bei Hypertonikern der Blutdruck während der Nacht bzw. am frühen Morgen ab, da zu diesem Zeitpunkt der trophotrop-cholinerge Anteil des vegetativen Systems gegenüber dem ergotrop-adrenergen überwiegt. Das durch die relative Hypoxie im ZNS ausgelöste Aufwachen und eventuelle Umherwandern können sogar als eine sinnvolle Notfallreaktion des Organismus angesehen werden, z. B. um ein weiteres Absinken des Blutdruckes zu verhindern.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1978

Authors and Affiliations

  • H. Coper

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