Erkennt der Vogel seine Jungen?

  • Oskar Heinroth
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 34)

Zusammenfassung

Dies ist sehr verschieden bei Nesthockern und Nestflüchtern. Legt man einer einzeln gehaltenen Adlerin oder Milanin statt des ihrigen ein Enten- oder Hühnerei ins Nest, so wird es ohne weiteres bebrütet. Schlüpft dann das Junge aus, so werden vergebliche Fütterungsversuche gemacht, und rennt das Kleine, wie es so seine Art ist, davon, so wird es gefangen und aufge-fressen. Es wird also nicht mehr für einen aufzuziehenden Jung-vogel, sondern für ein Beutetier gehalten. Oft schob ich brütenden Hühnerglucken die verschiedenartigsten Eier unter und merkte sehr bald, daß es ganz auf die Rasse oder auch auf das einzelne Stück ankommt, ob die geschlüpften Vogelkinder geführt oder getötet werden. Durchaus nicht jede Henne führt die von ihr erbrüteten Entlein; manche nehmen nicht einmal die doch nahe verwandten Fasanenküken an, und es gibt sogar solche, die nur Hühnerküken anerkennen, deren Daunenkleid dem des ur-sprünglichen Wildhuhns, also des südasiatischen Bankivas, entspricht. Die von den Nestflüchterküken sehr verschiedenen Nesthockerjungen dürften von den wenigsten Haushennen be-muttert werden: ich versäumte am Schlüpftage eines einer Zwerg-henne untergelegten Kolkrabeneies, vor Tagesanbruch nachzu-sehen, und da hatte die Glucke den sperrenden Raben sofort getötet.

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© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1977

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  • Oskar Heinroth

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