Die Brut

  • Oskar Heinroth
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 34)

Zusammenfassung

Wenn die Bauersfrau nach altem Aberglauben am Sonntag, wenn die Glocken zwölf schlagen, eine Glucke auf beliebig ausgewählte, frisch oder einige Tage vorher gelegte Eier setzt, so ist das natürlich sehr einfach, d. h. alle Küken werden schon nach ungefähr 20 Tagen ausschlüpfen. Wie verhält es sich aber beim freilebenden, sich völlig selbst überlassenen Vogel? Da gibt es einige, wie z. B. Eulen und andere größere Nesthocker, die vom ersten Ei ab brüten und dann alle 1 bis 2 Tage ein weiteres Ei hinzulegen. Die Jungen kommen dann in Abständen von 1 bis 2 Tagen aus, und der Größenunterschied ist beim Heranwachsen ganz gewaltig. Auf dem beigefügten Bild ,„3 Uralkäuze“ (Abb. 21) sieht man drei Nestgeschwister, von denen das jüngste 8, das nächste 10 und das größte 11 Tage alt ist. Bei
Abb. 21

Drei Uralkäuze, Nestgeschwister.

Sumpfrohreulen kann man diese unterschiedliche Größe der bedaunten Jungen besonders schön sehen: Das Nest steht frei in der Luchwiese und sieht von weitem wie ein in sich vollkommen geschlossener, weißer Kegel aus; der Kopf des größten Jungen bildet die Spitze, und die vielen Geschwister — eins immer kleiner als das andere — lehnen sich von alien Seiten her an das größte Eulchen an, so daß man die einzelnen Tiere in dem dichten Pelz zunächst gar nicht herauskennt, weil das Ganze wie ein sich nach unten stark verbreiternder, verschimmelter Torfklotz wirkt.

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© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1977

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  • Oskar Heinroth

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