Zusammenfassung

Die Akne ist — wir haben es heute wieder gehört — eine Erkrankung multikausaler Natur. Eine systemische Therapie mit Antibiotika und Chemotherapeutika kann somit auch nur eine ätiologische Komponente erfassen. Bei einer Begründung für eine Behandlung mit immerhin nicht gerade indifferenten Substanzen müssen einige Faktoren aus der Bakteriologie in die Erinnerung zurückgerufen werden. Dabei müssen wir uns ernsthaft nur mit dem Corynebacterium acnes befassen. Gelegentliche Befunde von hämolysierenden Staphylokokken, Streptokokken und anderen Species sind sekundärer Natur. Auch der koagulasenegative Staphylococcus epidermidis und das Pityrosporon ovale, die Trigylceride zu freien Fettsäuren abzuspalten vermögen, können links Hegengelassen werden: beide sind regelmäßig anzutreffende Kommensalen der menschlichen Haut (Tabelle 1). Auf Corynebacterium acnes als „wahre Ursache der Komedonen-bildung“hat übrigens Unna bereits vor 80 Jahren hingewiesen. Den heutigen Stand unserer Kenntnisse über dieses Corynebacterium hat Inge Lentze 1973 [7] in einer sehr guten Übersichtsarbeit niedergelegt.

Tabelle 1. Bei positiven Corynebacterium acnes Fällen wurde noch zusätzlich folgende Begleitflora nachgewiesen:

Mischinfektion mit: Staph. albus haem.

68.00%

Mischinfektion mit: Staph. aureus haem.

2.00%

Apathogene Begleitflora wie: Staph. epidermidis. Versch. Sarcine

18.00%

Sterile aerobe Kulturen:

12.00%

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1976

Authors and Affiliations

  • Johannes Meyer-Rohn

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