Krankheitsbilder

  • Otto Hallen
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 118)

Zusammenfassung

Wir sprechen von der Tabes dorsalis, der spinalen Kinderlähmung, der MS, als handele es sich dabei um Personen. In der Tat wurden nicht nur das Kranksein, sondern auch einzelne Krankheiten in mythisch denkenden Kulturen als Besessensein von einem bösen Geist, einem Dämon oder Teufel angesehen. Ist die Medizin, damit verglichen, auch entmythologisiert, so blieb der Nosologie eines mit solchen Anschauungen gemeinsam: Die Krankheitsbilder zeigen eine, nämlich ihre Physiognomie; in der Lehre und der praktischen ärztlichen Wirklichkeit blieben sie zu Recht nosologische Entitäten; ein Krankheitsbild erwächst zwar aus der Summe der Einzelerkenntnisse seiner Besonderheiten, wird jedem Kenner jedoch zu einer geschlossenen Gestalt. Wesenszüge eines Krankheitsbildes bedeuten nicht nur dessen Symptome oder Syndrome, sondern auch das Manifestationsalter, die Frage, ob es sich um einen Zustand (status) oder um einen Prozeß handelt, im letzteren Fall das Verlaufstempo und die Prognose. Daß Krankheitsbilder in der Regel nicht nur durch derartige klinische Kriterien, sondern ebensosehr durch spezifische pathologisch-anatomische, pathophysiologische oder pathochemische Befunde charakterisiert werden können, rundet nur die angedeutete Definition.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Otto Hallen
    • 1
  1. 1.„Fakultät für Klinische Medizin, Mannheim“Universität HeidelbergMannheimDeutschland

Personalised recommendations