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Allocortex pp 839-854 | Cite as

Die funktionellen Systeme des Allocortex

  • Heinz Stephan
Part of the Handbuch der mikroskopischen Anatomie des Menschen book series (MIKROSKOPISCHEN, volume 4 / 9)

Zusammenfassung

Die Untersuchungen über die Faserverbindungen und die darauf basierenden kurzen Diskussionen über mögliche Funktionen der Einzelstrukturen, die für einige der Strukturen am Ende des jeweiligen Kapitels geführt wurden, haben gezeigt, daß nur einige der allocorticalen Strukturen direkte Zuflüsse vom primärolfactorischen Bulbus olfactorius (bzw. vom Bulbus olfactorius accessorius) bekommen Hierzu gehören die Regio retrobulbaris, der Hippocampus praecommissuralis, das Tuberculum olfactorium, die Regio praepiriformis, die Regio periamygdalaris und ein Teil der Regio entorhinalis. Diese Strukturen lassen sich zum olfactorischen System im engeren Sinne zusammenfassen. Die der präpiriformen Rinde benachbarten Teile der Insel, die wir als Peripalaeocortex auffassen, scheinen in enger Beziehung zu diesem System zu stehen, doch lassen sich hierüber noch keine gesicherten Aussagen machen. Direkte Zuflüsse aus dem Bulbus scheinen jedoch nicht zu bestehen. Die restlichen Gebiete des Allocortex, bestehend aus dem Hippocampus (retro- und supracommissuralis), dem Hauptteil der Regio entorhinalis, der Regio praesubicularis, Regio retrosplenialis, Regio cingularis periarchicorticalis und schließlich den oberflächlichen Septumstrukturen (einschl. dem Diagonalen Band) haben keine direkten olfactorischen Zuflüsse. Miteinander stehen sie in enger Verbindung. Sie können zu einem System zusammengefaßt werden, das in größerer Zahl auch subcorticale Strukturen in sich einschließt und von Mac Lean (1952) als „Limbisches System“ bezeichnet wurde.

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Literatur

  1. 586).
    Hingegen wurden nach Green (1964) ziemlich direkte, in beiden Richtungen verlaufende Verbindungen zwischen Hippocampus und Amygdala mit elektrophysiologischen Methoden von Gloor (1955a, b, 1956 ), Green (1956) und Green U. Aney (1956) gefunden.Google Scholar
  2. 587).
    Für den Hippocampus führt Ottoson (1963a) hierzu aus: Durch mehrere Untersucher (Gozzano et al.,1954; Green, 1956; Green U. Arduini, 1954; Green U. Machne, 1955) ist gezeigt worden, daß die tiefen Teile der Hippocampusformation Einheiten enthalten, die durch optische, akustische, vestibuläre, taktile und olfactorische Reize aktiviert werden können. Die langen Latenzen der Antworten zeigen, daß die afferenten Impulse verschiedene Synapsen durchlaufen, bevor sie den Hippocampus erreichen. Es gibt jedoch keine Hinweise auf eine Lokalisation der verschiedenen Modalitäten. Nach Craog (1960) variiert der olfactorische Einfluß auf den Hippocampus bei den verschiedenen Arten stark.Google Scholar
  3. 588).
    Im folgenden soll nur dieser Teilaspekt erörtert werden. Auf die Physiologie des Riechsinnes soll nur Bezug genommen werden, soweit sie hierzu einen Beitrag liefert. Darüber hinausgehende zusammenfassende Darstellungen finden sich u. a. bei Ottoson (1963a), Moulton U. Tucker (1964) und Adey (1970).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Heinz Stephan
    • 1
  1. 1.Neurobiologische AbteilungMax-Planck-Institut für HirnforschungFrankfurt (M)-NiederradDeutschland

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