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Allocortex pp 151-212 | Cite as

Ontogenetische Entwicklung (Histogenese, Corticogenese)

  • Heinz Stephan
Part of the Handbuch der mikroskopischen Anatomie des Menschen book series (MIKROSKOPISCHEN, volume 4 / 9)

Zusammenfassung

An die Seite der normal-histogenetischen Untersuchungen, die überwiegend mit den Methoden der Cytoarchitektonik in größerer Zahl auch an menschlichen Embryonen93) durchgeführt wurden, sind seit 1961 experimentell-histogenetische Untersuchungen getreten, denen autoradiographische Methoden zugrunde liegen. Sie sind naturgemäß nur an Laboratoriumstieren durchgeführt worden. Diese Studien haben wichtige, teilweise unerwartete Ergebnisse gebracht, die sicherlich auch für den Menschen gelten94). Wir werden sie deswegen unmittelbar zur Ergänzung der Ergebnisse über die Histogenese des menschlichen Allocortex heranziehen. Für einzelne Strukturen, insbesondere für die des Semicortex und des balkennahen Periarchicortex, ist es jedoch auch dann noch nicht möglich, ein halbwegs abgerundetes Bild zu bekommen.

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Literatur

  1. 101).
    Koelliker (1882) hatte usprünglich angenommen, daß die Fasern aus dem Riechlappen hervorwachsen und zur Riechschleimhaut hinziehen; später (1892) hat er diese Auffassung korrigiert.Google Scholar
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    Bianchi (1931) und Pearson (1941b) wenden sich gegen diese Bezeichnung, weil ein Teil der Zellen wahrscheinlich zum Ganglion des Nervus terminalis gehört. Bei der von Pearson (1941 a, b) dargestellten sehr engen räumlichen Beziehung während der embryonalen Entwicklung erscheint dies durchaus plausibel.Google Scholar
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    Kahle (1962) hat zu diesem Zeitpunkt bereits einen palaeocorticalen Bereich abgrenzen können (s. S. 154).Google Scholar
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    Nach Humphrey (1940) hat der Vomeronasalnerv bei frühen menschlichen /Embryonen so engen Kontakt mit dem Nervus terminalis, daß es nicht immer möglich ist, diese zu trennen.Google Scholar
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    C. G. Smith (1935, Ratte) fand bei Volumenmessungen, 1. daß der Nebenbulbus im Vergleich zum Hauptbulbus bei neugeborenen Tieren deutlich weiter fortgeschritten ist (s. auch S. 277), und 2. daß der relative Größenanteil der inneren Körnerschicht am gesamten Nebenbulbus bereits dem adulter Tiere entspricht.115) Bei Humphrey: anterior amygdaloid area, corticomedial complex, basolateral complex. Die übliche Gliederung in corticalen, basalen, lateralen, medialen und zentralen Mandelkern geht auf JOHNSTON (1923) zurück.Google Scholar
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    Nach Johnston (1923) soll bei den Reptilien und Säugern vom Gebiet des Sulcus semiannularis aus (Sulcus endorhinalis bei Johnston) eine Einwanderung von Zellen in die Tiefe und eine Faltung der Hirnwand ausgehen. Aus dieser Einfaltung soll bei den Reptilien der basale Mandelkern und bei den Säugern darüber hinaus auch der sich stark entfaltende laterale Mandelkern hervorgehen. Auch bei menschlichen Embryonen soll die Einfaltungsfurche deutlich sein.Google Scholar
  7. 117).
    Nach Holmoren (1925) leiten sich Nucleus lateralis und Nucleus basalis zusammen mit dem Claustrum von einem „primären Claustrumfeld“ ab („dorsal ventricular ridge” von Johnston, „Hypopallium” von SMITH). Nucleus corticalis, medialis und centralis kommen nach HOLMGREN von anderen, „subpallialen“ Zellsäulen. Den Nucleus corticalis betrachtet HOLMOREN als caudale Ausdehnung des Nucleus tractus olfactorii lateralis (Diskussion auch bei G. E. Smith, 1919b ).Google Scholar
  8. 118).
    Auch Holmgren (1925) unterscheidet im Mandelkernkomplex einen pallialen und einen subpallialen Teil, doch sind nach Holmgren die (oberflächlich liegenden) Strukturen des Medialkerns und des Corticalkerns Abkömmlinge der subpallialen Komponente.Google Scholar
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    Auch Kuhlenbeck (1929) hat sich dem angeschlossen und nimmt an, daß die am meisten basal liegenden Gebiete ganz oder nahezu ganz der Matrix des Striatum entstammen. Je weiter dorsal ein Abschnitt liegt, desto mehr sollen hingegen die Anteile der pallialen Matrix überwiegen.Google Scholar
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    Auch nach Filimonoff (1947) ist der Peripalaeocortex bereits in den frühen Stadien der Entwicklung durch eine keilförmige Erweiterung der Rindenplatte in Richtung auf den Isocortex hin charakterisiert, während sich die Rindenplatte zur präpiriformen Rinde hin stark verdünnt. Hierin ähnelt der Peripalaeocortex dem Periarchicortex, der eine ähnliche Übergangsfunktion zwischen dem Isocortex und dem Archicortex erfüllt.Google Scholar
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    DAS (1971) untersuchte Morphogenese und Cytogenese der „accessory fascia dentata nach Läsionen im Bereich des dorsalen Hippocampus. Bei dieser Fascia dentata accessoria handelt es sich um jenen Teil der Fascia dentata, der im dorsalen Hippocampus im Bereich der Fasciola cinerea liegt. — Caviness (1973) verglich Ursprungszeit und Schichtenbildung der Neurone bei normalen und entwicklungsgestörten Mäusen (Reeler-Mutanten). In der Entstehungszeit herrscht Übereinstimmung, in der Schichtenbildung bestehen Unterschiede.Google Scholar
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    Bei Kahle (1969) erscheinen diese Strukturen etwas später, und zwar bei Embryonen von 58 mm SSL (s. Abb. 152).Google Scholar
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    Auch Witkam (1966) fand beim Hamster entsprechende Verhältnisse.Google Scholar
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    Nach Kahle (1962) wesentlich durch die Entwicklung des Balkens beeinflußt, der sich zwischen Matrix und zugehörigem Grau einschiebt. Hierzu s. auch Phylogenese auf S. 89.Google Scholar
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    Zimmer (1973b) hat die Veränderungen des Färbungsmusters (Sulfid-Silber-Methode) nach früher, postnataler Unterbrechung des Tractus perforans, d. h. der aus der Regio entorhinalis kommenden Afferenzen untersucht (s. auch 8.9.6.5.).ZIMMER fand insbesondere eine (bei normalen Tieren nicht vorkommende) intensiv dunkel gefärbte Zone oberhalb der Körnerschicht der Fascia dentata, die hierin der Moosfaserzone im Hilus ähnelt.Google Scholar
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    Auch Filimonoff (1947) weist auf die ungewöhnlich frühe Aufspaltung der Rinden-platte hin. Er fand sie bereits bei menschlichen Embryonen von 55 mm SSL.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Heinz Stephan
    • 1
  1. 1.Neurobiologische AbteilungMax-Planck-Institut für HirnforschungFrankfurt (M)-NiederradDeutschland

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