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Allocortex pp 59-95 | Cite as

Phylogenetische Entwicklung

  • Heinz Stephan
Part of the Handbuch der mikroskopischen Anatomie des Menschen book series (MIKROSKOPISCHEN, volume 4 / 9)

Zusammenfassung

Die phylogenetische Entwicklung feinerer Struktureinheiten des Gehirns muß fast ausschließlich auf dem indirekten Wege des Vergleichs rezenter Arten erschlossen werden, also mit den Methoden der vergleichenden Neuroanatomie. Möglichkeiten und Grenzen dieser Methode haben Starck (1962) und Kuhlenbeck (1967–1973) aufgezeigt. Der mehr direkte Weg über Endocranialausgüsse fossiler Schädel kann nur über allgemeine Hirnform und Hirngröße sowie über die Oberflächengestaltung Aufschluß geben, bezüglich des Allocortex etwa über Form und Ausdehnung des Bulbus olfactorius, Lobus piriformis usw., soweit diese Strukturen am Endocranialausguß eindeutig abzugrenzen sind.

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Literatur

  1. 53).
    In diesen Termini von Kappers liegen die Wurzeln für unsere moderne Terminologie. Über ihre Berechtigung im Hinblick auf Unterschiede in der Entstehungszeit während der phylogenetischen Entwicklung (über die heterochrone Bildung der Rinden in der Ontogenese s. Abschnitt 7.1.) und über die Interpretation der Rindentypen in einseitigem Bezug auf die olfactorischen Verbindungen hat es ausgedehnte Diskussionen gegeben (u. a. Johnston, 1910, 1913, 1924; Herrick, 1910a, 1948; Allison, 1953 a), auf die wir nicht näher eingehen wollen.Google Scholar
  2. 54).
    Auch Platel (1969) und Beckers et al. (1971/72) haben den lateralen Cortex (im Gegensatz zum dorsalen und medialen) nicht weiter untergliedert. Hingegen unterscheidet Kiesewalter (1922) eine Pars dorsalis, ventralis und frontalis, von denen die letztere sicherlich der Regio retrobulbaris entspricht.Google Scholar
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    Platel (1969) konnte durch Zellmessungen medial und dorsal insgesamt drei Zonen unterscheiden, die er alle drei als zum Archipallium gehörig betrachtet.Google Scholar
  4. 58).
    Nach Johnston (1924) ist ein entsprechendes, als „general pallium“ bezeichnetes Gebiet bereits bei den Selachiern vorhanden, und in der Tat gibt es bei diesen und anderen Fischen dorsale, rindenartige Bildungen (Abb. 36–39), die als Primordien der höheren Rinden angesehen werden.Google Scholar
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    Kirsche (1972, 1974) unterscheidet nach Befunden bei Reptilien (Schildkröte) in der Inselrinde eine Area praepiriformis als Allocortex der Insel, einen Mesopalaeocortex (= Peripalaeocortex) als Mesocortex der Insel und einen Neocortex primitivus als Neocortex der Insel. Ähnliche Gliederungen liegen auch für Säuger vor (s. 8.8.1.1.).Google Scholar
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    Dieser zweifache Ursprung aus Palaeo-und Archicortex soll nach Shellshear (1929), Dart (1934/35), Abbte (1940, 1942) und Sanides (1962, 1970 ) noch in morphologischen Besonderheiten der Gehirne rezenter Formen erkennbar sein, und zwar in Merkmalen der Gefäßversorgung (Shellshear) und der Architektonik ( Abbie, Sanides).Google Scholar
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    Anderer Auffassung ist Johnston (1913). Nach Johnston zeigen die Verhältnisse beim Bären, daß die Fissura hippocampi dem Sulcus corporis callosi der höheren Säuger entspricht.Google Scholar
  8. 71).
    Kuhlenbeck (1957) und Stephan (1963) haben darauf hingewiesen, daß es unzweckmäßig ist, über das eigentliche, rein archicorticale Häkchen hinaus auch die sich rostral anschließenden Gebiete des Gyrus semilunaris und Gyrus ambiens mit in den Uncus einzubeziehen, wie dies häufig geschieht (s. auch Def. Uncus).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Heinz Stephan
    • 1
  1. 1.Neurobiologische AbteilungMax-Planck-Institut für HirnforschungFrankfurt (M)-NiederradDeutschland

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