Advertisement

Das Krötenmännchen als Mutter

  • E. Hadorn
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 77)

Zusammenfassung

In der geschlechtsreifen männlichen Kröte (Abb. 33 a) findet sich, eng am Hoden anliegend, eine offenbar funktionslose Gewebemasse, die als „Biddersches Organ“ (B) bezeichnet wird. Außerdem fällt auf, daß der embryonale Eileiter (eE) zeitlebens erhalten bleibt. Werden einem solchen Tier die Hoden herausoperiert, so führt diese Kastration zu einer eindrucksvollen Geschlechtsumwandlung (Abb. 33 b). Das Biddersche Organ entwickelt sich rasch zu einem funktionstüchtigen Eierstock (O), gleichzeitig schwillt auch der Eileiter (E) mächtig an. Und damit ist ein ehemaliges Männchen, das schon als Vater Kinder gezeugt hatte, nun befähigt, die Rolle eines Weibchens zu übernehmen. Dies ist möglich, weil mit der Entwicklung des Eierstockes sich das Hormonmilieu so ändert, daß auch die Paarungsinstinkte in die weibliche Stimmung umschlagen. Ein solches „Neoweibchen“ kann man mit einem normalen Männchen paaren. Aus der ungewöhnlichen Verbindung zwischen zwei genetischen Vätern gehen normal aufwachsende Kinder hervor. Die durch Kastration bewirkte Umkehr ist nach dem, was wir erklärt haben (Abb. 32), leicht zu verstehen: Das Biddersche Organ ist eben nichts anderes als die nicht völlig zurückgebildete Rinde der embryonalen Keimdrüse.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1970

Authors and Affiliations

  • E. Hadorn
    • 1
  1. 1.Zoologish-Vergl. Anatomisches InstitutUniversität ZürichZürichDeutschland

Personalised recommendations