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Grundlagen der allgemeinen Dynamik

Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 27)

Zusammenfassung

Wenn man von einem „physikalischen System“ spricht, so hat man gewöhnlich eine konkrete experimentelle Anordnung vor Augen. Betrachten wir z. B. einen Plattenkondensator. Eingedenk unserer Bemerkung über die zentrale Rolle des Variablenbegriffs in der Dynamik fragen wir danach, was wir gewohntermaßen als physikalische Größen oder Variablen des Kondensators bezeichnen. Im Grunde meinen wir damit alles, was sich an dem Kondensator messen läßt. Die Liste des überhaupt Meßbaren ist nun beliebig umfangreich; wir nennen als Beispiele den Plattenabstand, die Plattenlänge und -breite, die Dielektrizitätskonstante, das spezifische Gewicht des Dielektrikums, seine Massendichte, Temperatur, seinen mechanischen Spannungszustand, seine räumliche Verschiebung, die elektrische Spannung zwischen den Platten, die auf den Platten befindliche Ladung, die elektrische Energie des Kondensatorfeldes usw. Alle diese Größen sind Variablen, denn man kann sie im Prinzip variieren, wie schwierig es im konkreten Einzelfall auch sein mag; die Variierbarkeit ist ja eben eine Voraussetzung ihrer Meßbarkeit. Je mehr dieser Variablen aber bei den zu betrachtenden Vorgängen wirklich variiert werden, um so mehr verliert das konkrete Objekt an Konkretheit. Ein einzelner Kondensator, an dem „alle“ Variablen variiert würden, hätte eine kaum mehr erkennbare Ähnlichkeit mit dem, was der Experimentator einen Kondensator nennt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • G. Falk

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