Babylon wünscht Gold, Assur Kriegsruhm und Macht

  • W. Frh. v. Soden
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 54)

Zusammenfassung

Nicht lange nach Hammurabis Tod kam es in Vorderasien zu großen Umwälzungen, die von den iranischen Gebirgen ausgingen. Etwa aus dem heutigen Luristan stießen die Kassiten, ein Bergvolk unbekannter Herkunft, dessen Sprache auf Grund der wenigen bekannten Wörter noch nicht einzuordnen ist, nach Babylonien vor und konnten trotz ihrer anfänglichen Mißerfolge vom Nordosten aus immer größere Teile des Landes besetzen. 1530 führte dann ein überraschender Vorstoß der indogermanischen Hethiter, die in Anatolien ein Reich gegründet hatten, zur Eroberung und Ausplünderung von Babylon und zum Ende der Dynastie Hammurabis, ohne daß die Hethiter ihre Eroberungen festhalten konnten; damit war für die Kassiten die Bahn frei. Ihre Fürsten wurden nun Könige von Nordbabylonien in Babylon und später von ganz Babylonien und konnten diese Herrschaft bis etwa 1160 festhalten. Sie paßten sich in dieser Zeit immer mehr, schließlich auch in der Namengebung der Könige, der überlegenen Kultur ihrer neuen Untertanen an. Über die erste Zeit ihrer Herrschaft schweigen die Quellen fast ganz; sie wird weder politisch noch wirtschaftlich oder kulturell eine Blütezeit gewesen sein. Auch in der Zeit nach 1400, über die wir wieder mehr wissen, tritt uns keine Herrschergestalt entgegen, die fähig wäre, durch ihre Leistungen oder ihre Persönlichkeit unser besonderes Interesse zu beanspruchen. Das angriffsfreudige, abgehärtete Gebirgsvolk hatte als politisch führende Schicht in dem warmen, fruchtbaren Babylonien das bequeme Leben kennengelernt und spürte kein Bedürfnis mehr, ohne Not zu kämpfen. Befördert wurde diese Haltung dadurch, daß Babylonien damals lange Zeit keinen gefährlichen Gegner hatte; der erneute Aufstieg Assurs im 14. Jahrhundert wurde dort anscheinend zunächst nicht genügend ernst genommen. So wandten sich die Interessen der Könige und ihrer zu grundbesitzenden Feudalherren gewordenen hohen Offiziere und Beamten immer mehr wirtschaftlichen Dingen und dem Bauen zu. In Babylon und anderen Städten des Landes sowie der westlich Baghdad neu angelegten Stadt Dur-Kurigalzu, die, nach einem König des 15.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • W. Frh. v. Soden
    • 1
  1. 1.GöttingenDeutschland

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