Lektinbindung: Peroxidase-markierte Lektine

  • Peter Böck

Zusammenfassung

Während Concanavalin A von selbst an Meerrettichperoxidase bindet und so indirekt nachgewiesen werden kann, müssen andere Lektine vor ihrer Anwendung an eine Markierungssubstanz gekoppelt werden. Für den lichtmikroskopischen Nachweis eignen sich Fluoreszenzfarbstoffe, Enzyme, oder Antikörper gegen die betreffenden Lektine. In der Praxis verwendet man mit Meerrettichperoxidase konjugierte Lektine, von denen bereits ein breites Spektrum im Handel ist (z. B. von Fa. E. Y. Labs, vertreten durch Fa. MEDAC, Hamburg). Der Vorteil einer Enzymmarkierung liegt in erster Linie in der Kontrollierbarkeit der Anfärbung während des Enzymnachweises. Studien zur Lektinbindung werden bei der Analyse von Glykoprotein-sekreten und Glycoproteinauflagerungen an Zytomembranen durchgeführt. Natürlich können Lektine nur an solche Zuckerreste gebunden werden, die für das beträchtlich große (markierte) Lektinmolekül durch Diffusion erreichbar sind. Dies wird von der Lage des Zuckers in membranbegrenzten Zellkompartimenten abhängen, ebenso von der Vernetzung der Proteine durch die Aldehydfixierung, wie vom Einbettungsmedium.

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    Ein rasch zu bereitendes Inkubationsmedium für den Peroxidasenachweis: Löse 35 mg DAB (Diaminobenzidin) in 70 ml Tris. oder Phosphatpuffer, pH = 7,2, am besten mit einem Ultraschallgerät, filtriere, tauche einen Glasstab in Wasserstoffperoxid und rühre mit dem feuchten Stab die DAB-Lösung. Inkubiere die Schnitte in einer Färbeküvette bei 37 °C unter Kontrolle (etwa 20 min).Google Scholar
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    Da die Schnitte sehr empfindlich sind, deckt man am besten sofort mit einem mit Wasser mischbaren Medium ein (Sorbit®).Google Scholar

Copyright information

© J. F. Bergmann Verlag, München 1984

Authors and Affiliations

  • Peter Böck
    • 1
  1. 1.Institut für Mikromorphologie und ElektronenmikroskopieWienÖsterreich

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