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Einleitung

  • Torsten Stein
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Zusammenfassung

Eine Auseinandersetzung mit computergestützten Systemen zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Bereiche, die mit der Erzeugnisproduktion verbunden sind, findet sowohl in der Betriebswirtschaftslehre als auch in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik statt. Vorliegende Veröffentlichungen sind bisher überwiegend ingenieurwissenschaftlichen Ursprungs. Die ökonomische Komponente der Problematik wird nach wie vor zu stark außer acht gelassen1. Dabei zeigt schon ein Vergleich der Begriffsinhalte, daß die Produktionsplanimg und -Steuerung (PPS) eine grundlegende Aufgabe der Produktionswirtschaft als betriebswirtschaftlicher Funktionslehre2 darstellt. Die Produktionswirtschaft befaßt sich mit der zielgerichteten Analyse, Planimg, Steuerung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten, die mit der Erstellung materieller Güter unmittelbar zusammenhängen3. Als System wird allgemein eine Gesamtheit von Elementen verstanden, welche Eigenschaften haben und durch Relationen verknüpft sind, so daß sie eine Struktur aufweisen4. Analog bezeichnet der Begriff ‚PPS-System‘die Kombination von Hardware- und Software-Komponenten zu einer betrieblichen Informationsverarbeitungseinheit, die Funktionen zur Planung, Steuerung und Überwachung der Produktionsabläufe bereithält5. Somit ist das PPS-System ein Medium, das die Aktivitäten der Gütererstellung unterstützt. Es sollte dazu dienen, die ökonomischen Ziele der Produktionswirtschaft wie ‚Minimierung der Kosten‘oder ‚Maximierung von Deckungsbeiträgen’6 zu erreichen.

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Literature

  1. 1.
    Vgl. Steffen (1987), S. 12.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Busse v. Colbe/Laßmann (1988), S. 622ff.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. sinngemäß auch Hoitsch (1993), S. 22 und Schneeweiß (1992), S. 8f. sowie die von Kern (1992), S. 2 beschriebenen Aufgaben der Produktionswirtschaftslehre.Google Scholar
  4. 4.
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  5. 5.
    Zur abstrakteren Definition des Begriffs ‚PPS-System‘als Menge von Aufgaben, Methoden und Hilfsmitteln vgl. Kern (1992), S. 320 und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
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    Vgl. Zäpfel (1982), S. 29ff. Für eine erfolgsorientierte Gestaltung der Produktion müssen die Kosten stets im Zusammenhang mit den Erlösen betrachtet werden. Zur Einordnung der produktionswirtschaftlichen Ziele in das Zielsystem der Unternehmung vgl. Szyperski/Tilemann (1979), Sp. 2301ff.Google Scholar
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    Vgl. Harrington (1973), S. 5, der diesen Begriff erstmals verwendet.Google Scholar
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    Als Bereiche der direkten Wertschöpfung am Produkt werden hier die Teilefertigung und die Montage verstanden, wobei die Produktion als Oberbegriff für diesen Rahmen dient, vgl. auch Warnecke (1993), S. 1. Die Aufgaben der indirekten Bereiche sind dem eigentlichen Produktionsprozeß vor- und nachgeordnet.Google Scholar
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    Vgl. AWF (1985), S. 10.Google Scholar
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    Stadler/Wilhelm ermitteln in ihrer Fragebogenauswertung, daß 85% der 226 antwortenden Industrieunternehmungen Ende 1991 ein PPS-System einsetzen. Weitere 18 Unternehmungen wollten bis 1994 eines einführen, vgl. Stadler/Wilhelm (1993), S. 40. Zu einem ähnlichen Ergbnis kommen Glaser/Geiger/Rohde (1992), S. 300ff.Google Scholar
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    MRP bezeichnet ein Konzept, das die zeitliche Differenzierung errechneter Materialbedarfe im Rahmen der Nettobedarfsermittlung berücksichtigt. MRP II bezieht die Personal- und Maschinenkapazität als Ressourcen in die Planungsfunktionen ein und erweitert den Betrachtungsrahmen um eine mittel- bis langfristig orientierte Absatzplanung. Zur ausführlichen Darstellung vgl. Harhen (1988), S. 25ff. und die dort angegebene Literatur. Wesentliches Merkmal der belastungsorientierten Auftragsfreigabe ist die Simulation der Wirkungsweise von Parametern, welche die Freigabe der Produktionsaufträge steuern. Damit werden unnötige Auftragswartezeiten in der Werkstatt verhindert, vgl. Wiendahl (1987), S. 206ff. Die belastungsorientierte Auftragsfreigabe findet inzwischen bei ca. 37% der PPS-Systeme Anwendung, vgl. Fandel/François/Gubitz (1994), S. 273.Google Scholar
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    Die Zahl der angebotenen Software-Produkte ist stetig angestiegen. Waren es 1984 noch ca. 50 PPS-Systeme, so werden heute ca. 170 angegeben, vgl. Schotten/Vogeler (1994), S. 53 ebenso wie Fandel/François/Gubitz (1994), S. 12. Übersichts-Raster zum Funktionsangebot eines großen Teils der am Markt angebotenen PPS-Systeme bieten die Veröffentlichungen von Fandel/François/Gubitz (1994), S. 17ff. ebenso wie Grünewald/Schotten (1994), S. 70ff. und Chen/Geitner (1993), S. 60ff. Renner (1991), S. 34ff. wertet die Antworten von 50 PPS-Systemanbietern zu Fragen nach bestimmten, betriebswirtschaftlich relevanten Leistungsmerkmalen aus.Google Scholar
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    Vgl. auch Heinrich (1993), S. 31. Dezentrale Lösungen basieren meist auf einem PC-gestützten Client-Server-Konzept. Einige Varianten dieses Konzeptes ermöglichen das parallele Abarbeiten mehrerer Funktionen im Rechnernetz zum gleichen Zeitpunkt, vgl. Messer (1990), S. 92. Einen Überblick zum Stand der PPS-Systemtechnologie in bezug auf Hardware, Betriebssysteme, Datenbanken und Programmiersprachen bieten Nedeß/ Friedewald/Maack (1993), S. 5ff.Google Scholar
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    Vgl. Sauerbrey (1992), S. 8 sowie Krupezki (1992), S. 10f. Den Ausführungen von Davenport (1993), S. 234 zufolge ist auch in Nordamerika die MRP- und MRP II-Software in Verruf geraten.Google Scholar
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    Vgl. Scheer (1986), S. 6 und sinngemäß auch Lambert (1988), S. 477 sowie Upmann (1989), S. 59, der fehlende Bewertungsinstrumentarien als ein wesentliches Innovationshemmnis bezeichnet.Google Scholar
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    Vgl. Eberle/Schäffher (1988), S. 118 und sinngemäß auch Niemeier (1988), S. 31f. 1987 vertraten bei einer Expertenumfrage 24% der 33 Befragten die Ansicht, daß eine Entscheidung für CIM strategischer Natur sei und entsprechende Projekte deshalb auch ohne Wirtschaftlichkeitsnachweis gestartet werden müssen, vgl. Köhl/Esser/Kemmner/Wendering (1988), S. 22.Google Scholar
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    Vgl. Kemmner (1988), S. 28. Die Entscheidungstheorie differenziert Entscheidungen bei Unsicherheit und Risiko. Risikoentscheidungen sind gekennzeichnet durch bekannte Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Konstellationen von Ausprägungen der entscheidungsrelevanten Daten. Bei Unsicherheit fehlen Wahrscheinlichkeitsinformationen zu diesen Umweltzuständen, vgl. Laux (1991), S. 24f. und Rehkugler/Schindel (1990), S. 92.Google Scholar
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    Vgl. Martin (1993), S. 3 und S. 251f.Google Scholar
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    Vgl. Hackstein (1989), S. 273 ebenso wie Bullinger (1990), O.S. Ross (1977a), S. 5 formuliert den Merksatz, daß nichts durch ein System hervorgebracht wird, was wir nicht selbst eingebracht haben.Google Scholar
  32. 32.
    Zu den Begriffen der Primär- und Sekundäranalyse vgl. Mertens/Anselstetter/Eckardt/Nickel (1982), S. 138.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • Torsten Stein
    • 1
  1. 1.Industrieplanung und Organisation (i+o) GmbHHeidelbergDeutschland

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