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Internationale Umweltpolitik und zwischenstaatliche Koalitionsbildung

  • Raimund Krumm

Zusammenfassung

Bei der bisherigen Analyse wurde zum Teil von lediglich zwei Ländern bzw. Ländergruppen ausgegangen. Stellt man nun in diesem Kapitel auf den Fall ab, daß sich die von der internationalen Umwelt Problematik betroffenen Länder nicht in angemessener Weise als zwei Länder (besser: Ländergruppen) auffassen lassen, dann ergeben sich daraus für eine umweltpolitische Kooperation möglicherweise weitere Probleme. In dieser Situation erscheint die Freifahrerproblematik noch gravierender als im Zwei-Länder(gruppen)-Fall, da ein potentieller Freifahrer eher damit rechnen kann, daß sich andere Länder bereit erklären, (einseitig) Vermeidungsmaßnahmen zu ergreifen bzw. eine Umweltkoalition zu bilden.

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Literatur

  1. 4.
    Bei vollkommener Information würden alle Länder das Abkommen unterzeichnen. Ein solches Abkommen wäre jedoch nicht (ex-post) „self-enforcing“. Vergleiche dazu Barrett (1992b), S. 3.Google Scholar
  2. 6.
    Weiterhin zu kritisieren ist das Folgende (vergleiche dazu Barrett (1992a), S. 32): Falls die Mindestteilnehmenzahl erreicht wird, und damit eine Umweltkoalition entsteht, so besteht keine Möglichkeit, irgendwelche Neuverhandlungen über die Koalitionsverpflichtung zu führen. Zwar wäre eine entsprechende Selbstbindung im Interesse eines wirksamen Umweltschutzes, es dürften jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit einer solchen Selbstbeschränkung bestehen.Google Scholar
  3. 11.
    Simulationen für alternative Länderzahlen und Nutzen-/Kosten-Konstellationen finden sich in Barrett (1991b).Google Scholar
  4. 13.
    In der Konzeption von Black, Levi and de Meza (1990) ist dagegen unterstellt, daß durch den (bedingten) Beitritt die Wahrscheinlichkeit für das Zustandekommen der Koalition beeinflußt werden kann.Google Scholar
  5. 14.
    vgl. Barrett (1992b), S. 3ff. Dem Modell liegen jedoch eine Reihe restriktiver Annahmen zugrunde, so z.B. auch die Annahme symmetrischer Länder.Google Scholar
  6. 15.
    Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Barrett auch bei einer Modellierung der Problematik als unendlich wiederholtes Spiel (vgl. Barrett (1992b), S. 10ff). Barrett integriert dabei die Forderung nach (schwacher) Neuverhandlungsstabilität; damit erklärt sich die Abweichung zum Folk-Theorem, nach welchem eine kooperative Lösung für jede beliebige Länderzahl dann möglich wäre, wenn die Diskontrate hinreichend gering ist.Google Scholar
  7. 17.
    Vergleiche in diesem Zusammenhang auch Barrett (1992b), S. 6f.Google Scholar
  8. 18.
    Carraro and Siniscalco (1991b) legen die Nash-Verhandlungslösung zugrunde.Google Scholar
  9. 21.
    Carraro and Siniscalco (1991b, S. 12ff) berechnen schließlich noch den Mindestanteil der sich selbstverpflichtenden Basiskoalitionsländer an der Gesamtzahl der Länder, der notwendig ist, um mittels Transfergewährung eine vollkooperative Lösung zu erreichen.Google Scholar
  10. 25.
    Nicht so beim Modell von Black, Levi and de Meza (1990). (Dieses wurde jedoch aus anderen Gründen „verworfen“.)Google Scholar
  11. 27.
    Eine andere Länderdifferenzierung nimmt z.B. Hoel (1992c) vor, indem er lediglich die Schadenskostenfunktionen differenziert.Google Scholar
  12. 39.
    Bauer (1993, S. 185) hält diese Annahme zumindest für gewisse Intervalle für gerechtfertigt, nämlich bei denjenigen Emissionsmengen, die „hinreichend gering sind, um Katastrophen mit weitgehender Sicherheit auszuschließen“.Google Scholar
  13. 42.
    Bei den nachfolgenden Ausführungen wird auf ausgewählte Teile einer Modellierung von Heister (1993), S. 17ff. zurückgegriffen.Google Scholar
  14. 45.
    Vergleiche zu den folgenden Ausführungen Heister (1993), S. 22ff.Google Scholar
  15. 46.
    Die Absicherung eines kooperationswilligen Landes kann durch bedingte Ratifizierung erfolgen (d.h., der Beitritt würde ein bestimmtes Mindestteilnahmeniveau voraussetzen). Siehe dazu den im ersten Abschnitt dieses Kapitels behandelten Ansatz von Black, Levi und de Meza (1990).Google Scholar
  16. 55.
    Damit kann es zwischen den 6-Ländern zu einem Wettbewerb um möglichst hohe Transferzahlungen kommen. Heister (1993, S. 23) konstatiert weiter: Die Frage, ob eine Senkung der Gesamttransfers T unter die gesamten ausländischen Vermeidungskosten C b möglich ist, muß offenbleiben. Weiterhin wäre zu untersuchen, ob die Strategie sequentieller Verhandlungen durch die Rationalitätsbedingung des Landes A beeinflußt wird.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • Raimund Krumm
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

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