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Biologische Abluftreinigung in der Schweiz — Beurteilung und Vollzugsvorgehen bei Geruchsimmissionen nach biologischer Abluftreinigung

  • P. Matti

Zusammenfassung

Im Kanton Bern werden in einem Extraktionswerk seit rund 25 Jahren Schlachtabfalle verarbeitet. Die Geruchsabluft wird abgesaugt und einem Biofilter zugeleitet. Der Biofilter wurde 1982 aufgrund von Klagen eingebaut. Im Frühjahr 1993 wurden von der Bevölkerung wiederum Klagen über starke und andauernde Geruchsimmissionen vorgebracht.

Es war also abzuklären, ob die Emissionsbegrenzungen eingehalten werden und die verbleibenden Geruchsimmissionen übermäßig sind oder nicht.

Vom Betrieb wurde nach den Vorgaben der Behörde eine private Umweltschutz-Fachfirma beauftragt eine Emissions- und Stoffflußanalyse auszuarbeiten. Es zeigte sich, daß Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Emissionsbegrenzungs-Vorschriften erforderlich sind.

Während zwei Monaten im Herbst 1993 wurde mit Begehungen in Anlehnung an die Richtlinie VDI 3940 von ortsfremden Versuchspersonen die Geruchsbe-lästigung erhoben. Die dabei verwendete Methode der Geruchsermittlung durch Begehungen lieferte brauchbare Ergebnisse und ermöglichte Aussagen über das Ausmaß der Belästigung.

Gleichzeitig wurden in den geruchsbelasteten Gebieten Fragebogen an die Bevölkerung verschickt. Nachdem die nach Zufallprinzip verschickten Fragebogen bei den Adressaten angekommen waren, die Aktion somit bekannt wurde, erhielt die Untersuchungsstelle unaufgefordert weitere Fragebogen einer Bürgervereinigung.

Aufgrund der Untersuchungen werden tatsächlich übermäßige Geruchsimmissionen vom Extraktionswerk verursacht. Interessanterweise, aber nicht unerwartet, werden die Gerüche von den betroffenen Anwohnern als stärker störend bewertet, als von den ortsunabhängigen Versuchspersonen. Am stärksten gestört fühlen sich, ebenfalls wie erwartet, die Mitglieder der Bürgerinitiative.

Die private Umweltschutz-Fachfirma hat daher die Resultate der Begehungen durch ortsfremde Personen zusätzlich nach der Genichsimmissions-Richtlinie Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Auch aufgrund dieser Beurteilung steht fest, daß übermäßige Geruchsimmissionen verursacht werden.

Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen wurden im Frühjahr 1994 größtenteils abgeschlossen. Im Juli und August 1994 wurden in kleinerem Ausmaß als bei der Kampagne im Herbst 1993 erneut Begehungen mit Versuchspersonen durchgeführt, um den vorläufig erreichten Sanierungsstand zu überprüfen.

Eine gleichzeitige Untersuchung sollte abklären, ob mit meßtechnischen Methoden, auf weniger aufwendige Weise und kontinuierlich, dieselben Resultate erhalten werden könnten. An einem ausgewählten Standort wurden mit einem mobilen Gaschromatographen kontinuierliche Immissionsmessungen durchgeführt.

Mit Begehungen und Befragungen können Geruchsbelastungen objektiv und rechtssicher abgeklärt werden. Die Untersuchungen dürfen nicht nur die Betroffenen allein umfassen. Der Aufwand ist verhältnismäßig groß. Er könnte mit meßtechnischen Methoden verkleinert werden. Dieser Sachverhalt wird im Kanton Bern weiterbearbeitet.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • P. Matti
    • 1
  1. 1.Amt für Industrie und Arbeit des Kantons BernBernSwitzerland

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