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Die unaufgebohrte Tibiamarknagelung mit dem UTN — eine retrospektive Analyse

  • G. Kelsch
  • Ch. Ulrich
  • M.-U. Helber
Conference paper

Zusammenfassung

Die intramedulläre Nagelung ist ein sicheres und anerkanntes Verfahren zur Behandlung von geschlossenen Tibiaschaftfrakturen [4, 7]. In der ursprünglichen Technik wird der Markraum aufgebohrt. Die intramedulläre Druckerhöhung verbunden mit thromboembolischen Komplikationen, die thermische Schädigung der inneren Kortikalis und die Zerstörung von Markraumgefäßen werden als wesentliche Begleiteffekte des Aufbohrens genannt [5, 9]. Bei offenen Tibiaschaftfrakturen und geschlossenen Tibiaschaftfrakturen mit Weichteilschaden wird aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr die aufgebohrte Marknagelung nicht empfohlen. Hier wird bevorzugt der Fixateur externe eingesetzt, da er praktisch kein zusätzliches Weichteiltrauma verursacht. Verzögerte Knochenheilung und Pin-tract-Infektionen machen den Einsatz des Fixateur externe nicht unproblematisch, weshalb nach Besserung der Weichteilsituation oftmals ein Verfahrenswechsel zur aufgebohrten intramedullären Nagelung durchgeführt wird [1, 4, 6, 9, 12]. Die Marknagelung mit dem unaufgebohrten Tibianagel (unreamed tibia nail = UTN) der AO scheint die Vorteile beider Osteosyntheseverfahren zu vereinigen. Hierbei bahnen das minimale operative Weichteiltrauma und die allgemeinen Vorteile der Marknagelosteosynthese (frakturferner und kleiner operativer Zugang, keine operative Freilegung von Fragmenten, Schonung der peri- und endostalen Blutversorgung, Belassung des Frakturhämatoms, übungsstabilität) den Weg zur minimal invasiven bzw. biologischen Osteosynthese.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • G. Kelsch
  • Ch. Ulrich
  • M.-U. Helber
    • 1
  1. 1.Unfallchirurgische KlinikKlinik am EichertGöppingenDeutschland

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