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Oberschenkelmarknagelung ohne Aufbohren

  • K. Wenda
  • M. Runkel
  • L. Rudig

Zusammenfassung

Küntscher begann die Marknagelung ohne Aufbohren und führte dann die Markraumaufbohrung ein, um eine bessere elastische Verklemmung in einem größeren Bereich der Markhöhle zu erzielen. Mit der Einführung der Verriegelung durch Klemm und Schellmann ergaben sich vielfältige neue Möglichkeiten und Entwicklungen. Küntschers Prinzip der elastischen Verklemmung, das zur Erzielung einer ausreichenden Rotationsstabilität erforderlich war, hat sich durch die generelle Anwendung der Verriegelung zum Prinzip der inneren Schienung und Rotationssicherung durch die Verriegelung gewandelt. Ein weiterer wesentlicher Grund für das Aufbohren war die Vermeidung intraoperativer Komplikationen in Form von Festlaufen des Nagels und die Vermeidung von Berstungsfrakturen. Die Gefahr dieser Komplikationen war ohne Aufbohren, wenn möglichst dicke Nägel zur Erzielung einer elastischen Verklemmung und von Rotationsstabilität gewählt wurden, wesentlich größer. Durch die Verriegelung können generell dünnere Nägel gewählt werden. In den letzten Jahren sind zwei Aspekte zusätzlich in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, die zentrale kortikale Nekrose durch das Aufbohren und die Embolisation von Bestandteilen der Markhöhle infolge des Druckanstieges in der Markhöhle durch das Aufbohren. Die zentrale kortikale Nekrose durch das Aufbohren ist seit langem bekannt und wird durch Revaskularisierung in der Regel gut kompensiert.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • K. Wenda
  • M. Runkel
  • L. Rudig
    • 1
  1. 1.Klinik für UnfallchirurgieUniversitätsklinikum MainzMainzDeutschland

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