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Biotechnologie als Gegenstand von Technikfolgenabschätzung

  • Thomas von Schell
  • Hans Mohr
Part of the Veröffentlichungen der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg book series (VERAKADEMIE)

Zusammenfassung

Die Komplexität heutiger Gesellschaften erfordert zur politischen Ausgestaltung einen hohen Bedarf an Informationen und deren Verarbeitung im Verbund mit geeigneten Steuerungsinstrumenten. Politische Entscheidungsgremien, die technische Entwicklungen ordnungspolitisch zu gestalten haben, bedürfen neuartiger Vorgehensweisen, um den Komplexitätsgraden der modernen Welt gerecht zu werden. In den letzten Jahren wurden in verschiedenen Ländern hierzu Beratungskapazitäten in Form institutionalisierter Technikfolgenabschätzung (TA) aufgebaut (Petermann 1991). Die Konzeptionen dieser TA-Institutionen variieren. Sie fungieren entweder als Beratungsstellen für Regierungen und Parlamente oder sind als unabhängige Einrichtungen organisiert (Petermann 1993; Martens 1990). Folgende Ansprüche lassen sich an ein ideales TA-Konzept stellen (Martens 1990):
  • alle relevanten Effekte einer Technologie sind zu erfassen,

  • es sollen auch die ungewollten und indirekten Folgewirkungen berücksichtigt werden,

  • dies soll frühzeitig geschehen (vor einer breiten Einführung von Technologien),

  • das TA-Spektrum soll sich auf bestehende aber ebenso auf noch zu entwickelnde Technologien beziehen,

  • die Studien sollen interdisziplinär sowie unter aktiver Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden,

  • Ziel soll die Nachvollziehbarkeit der Schlüsse und Ergebnisse sein, durch eine Offenlegung des Vorgehens.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Thomas von Schell
  • Hans Mohr

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