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Beiträge der Biotechnologie zur Verbesserung von Qualitäts- und Leistungseigenschaften landwirtschaftlicher Kulturpflanzen

  • Gerhard Röbbelen
Part of the Veröffentlichungen der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg book series (VERAKADEMIE)

Zusammenfassung

Pflanzenzüchtung hat als einziges Ziel die Entwicklung von besseren Sorten. Sie wird in Deutschland im wesentlichen von mittelständischen Unternehmen betrieben, die fachlich der Landwirtschaft zuzuordnen sind, aus der sie überwiegend entstanden. Diese Herkunft und Praxisnähe gewährleistet eine solide Zuchtzielsetzung und kompetente Sortenbewertung. Genetische Forschung ist primär unabhängig von Wünschen nach praktischen Anwendungen. Eine Bewertung ihrer Ergebnisse für pflanzenzüchterische Zwecke war seit jeher nicht problemlos: Entweder wurde ihr Potential anfänglich schwerwiegend unterbewertet, so z.B. der durch Heterosis erreichbare Zuchtfortschritt, oder es überwog euphorische Überschätzung sogar bei praktischen Züchtern, wie z.B. hinsichtlich der Möglichkeiten von Mutations- und Polyploidiezüchtung. In einer ähnlichen Situation befindet sich zur Zeit auch die Biotechnologie, und dennoch gilt es, trotz vielfach noch unzureichender Kenntnisse und Bewertungsmaßstäbe, ihre grundlegend neuartigen Ansätze soweit wie möglich schon heute für aktuelle Züchtungsaufgaben einzusetzen und dadurch traditionelle Vorgehensweisen in Qualität und Effizienz zu bereichern.

Gegenwärtig dürften Beiträge aus in vitro Zellkulturmethoden in der Züchtungspraxis von größerem Gewicht sein als solche aus Anwendungen von molekularen DNA-Techniken; aber mittelfristig wird letzteren eine deutlich größere Schubkraft auf die züchterische Arbeit zugeschrieben. Insbesondere trifft das für die Verbesserung der häufig monogenisch bestimmten Qualitätsmerkmale, aber sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt auch für die Selektion auf quantitativ vererbte Ertragseigenschaften zu. Letztendlich wird der erfolgreiche Einsatz biotechnischer Verfahren davon abhängen, inwieweit es gelingt, die möglichen genetischen Manipulationen erfolgreich in wirksame Züchtungskonzepte einzubinden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Gerhard Röbbelen
    • 1
  1. 1.Institut für Pflanzenbau und PflanzenzüchtungUniversität GöttingenGöttingenDeutschland

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