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Biotechnologische Ansätze für die Züchtung gesunder Pflanzen und ihre Bedeutung für die Entwicklung umweltschonender Anbauverfahren

  • Gerhard Fischbeck
Part of the Veröffentlichungen der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg book series (VERAKADEMIE)

Zusammenfassung

Ausreichende Sicherheit von Ertrags- und Qualitätsleistungen gehört zu den Grundlagen der Konkurrenzfähigkeit in der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion. Zugleich müssen Standortproduktivität und Umweltverträglichkeit durch integrierte Anbauverfahren nachhaltig gesichert bleiben. Auf verschiedenen Wegen kann die Biotechnologie zur künftigen Sortenentwicklung beitragen. Sie sind von besonderer Bedeutung, wenn sie zur Minderung des Einsatzes von umwelt-belastenden Produktionsmitteln beitragen und damit die Weiterentwicklung umweltschonender Anbauverfahren begünstigen.

Am weitesten fortgeschritten sind biotechnologische Ansätze für Beiträge zur Sicherung des Gesundheitszustandes von Kulturpflanzenbeständen. Biotechnische Hilfsmittel, besonders aus dem Bereich der Zell- und Gewebekultur sowie der molekularen oder Antikörperdiagnostika können eingesetzt werden, um den Gesundheitszustand von Saat- und Pflanzgut zu kontrollieren. In nahezu vollständiger Breite kann das biotechnologische Instrumentarium für die Resistenzzüchtung nutzbar gemacht werden. Es bestehen sehr erfolgversprechende Ansätze, welche die Effizienz der Selektion resistenter Pflanzen erheblich verbessern und die genetische Basis der bisherigen Resistenzzüchtung gezielt verbreitern können. Mit Hilfe gentechnischer Methoden können darüber hinaus neuartige Abwehrsysteme gegen Schaderreger in Kulturpflanzen etabliert werden. Dabei wird es entscheidend auf eine konsequente Weiterentwicklung der bisher vorhandenen Ansatzpunkte ankommen.

Obwohl in der Öffentlichkeit besonders umstritten, sollte anerkannt werden, daß auch die Übertragung von Toleranz gegen einzelne herbizide Wirkstoffe auf Kulturpflanzen zur Entwicklung umweltschonender Anbauverfahren beitragen kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn die vollständige Abbaubarkeit des davon betroffenen Wirkstoffs gewährleistet ist.

Das immense Interesse der biologischen Grundlagenforschung an der biologischen Stickstoff-Fixierung hat zu großen Fortschritten in der Aufklärung ihrer molekularbiologischen Grundlagen und auch zur Klonierung zahlreicher daran beteiligter Gene geführt Dabei ist aber auch deutlich geworden, daß es die Grenzen für erfolgversprechende genetische Transformationen noch immer weit überschreitet, derartig komplexe Regulierungsprozesse mit dem Ziel einer autotrophen N-Versorgung auch auf Nicht-Leguminosen übertragen zu wollen. Das hohe analytische Potential molekularer Techniken eröffnet jedoch neue Ansätze für ein besseres Verständnis der hochgradig komplexen Wechselbeziehungen zwischen höheren Pflanzen und der Mikroflora des Bodens und ihrer Beteiligung an der Nährstoff versorgung der Pflanzen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Gerhard Fischbeck
    • 1
  1. 1.Institut für Pflanzenbau und PflanzenzüchtungTechnische Universität MünchenFreisingGermany

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