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Memoria Dantis

  • Harald Weinrich
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Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 38)

Zusammenfassung

Mein Gedenken Dantes soll mit einem kleinen Umweg in Heidelberg beginnen, bei Ernst Robert Curtius, der dieser Universität in den Jahren 1924–1929 angehörte. Im Winter 1928/29 hatte der Heidelberger Professor ein Freisemester, das er in Rom verbrachte. Die Zeit in Rom hat ihn tief geprägt. Sie bedeutete für ihn, der bis dahin mehr von der politisch-intellektuellen Auseinandersetzung mit Frankreich angezogen war, den Beginnn einer dauerhaften Hinwendung zu Italien und zu Dante sowie — mit allen Anzeichen eines Erweckungserlebnisses — eine völlige Neuorientierung seiner wissenschaftlichen Existenz: Curtius betrat den Weg, der schließlich, zwanzig Jahre später, zu seinem großen Buch „Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter“ führte. Es besteht Grund zu der Annahme, daß bei diesem Ereignis auch die Begegnung mit Aby Warburg eine erhebliche Rolle gespielt hat, den er in Rom im Dezember 1928 kennenlernte, als dieser in der Bibliotheca Hertziana sein Mnemosyne-Projekt vorstellte. Es handelte sich dabei, kurz gesagt, um eine von Warburg konzipierte und aus kunsthistorischer Sicht zu schreibende Kulturgeschichte des Gedächtnisses in Europa. Aby Warburg, der bald darauf im Jahre 1929 gestorben ist, konnte dieses Projekt nicht mehr ausführen. Manches spricht nun dafür, daß Curtius’ großes Buch, das neben Gustav Gröber auch Aby Warburg gewidmet ist, sein Mnemosyne-Projekt geworden ist: eine Summe des literarischen Gedächtnisses in Europa.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Harald Weinrich

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