Advertisement

Analytische Langzeittherapie mit Paaren bei Sexualstörungen

  • Hans-Richard Falck
Conference paper

Zusammenfassung

Viele psychosomatische Erkrankungen, insbesondere die funktionellen Sexualstörungen, sind Beziehungsstörungen, die auf einen intrapsychischen und inter-personellen neurotischen Grundkonflikt des Paares hinweisen (Falck 1988). Nach dem Kollusionskonzept von Willi (1975, 1979) werden die drei prägenitalen Entwicklungsstufen der Libido — die orale, die analsadistische und die phallisch-ödipale Phase — und die Entwicklung des Selbst in der Beziehung zu den Objekten auf die unbewußte Paardynamik übertragen. Ein gleichartiger unbewältigter Grundkonflikt führt zu einem für das Paar nicht erkennbaren Rollenverhalten, bei dem der eine den progressiv-aktiven, der andere den regressiv-passiven Part übernimmt. Willi unterscheidet vier Grundmuster des unbewußten Zusammenspiels innerhalb einer gestörten Partnerschaftsbeziehung, die er als Kollusion bezeichnet:
  1. 1.

    Liebe als Einssein, symbiotische Verschmelzung (narzißtische Kollusion)

     
  2. 2.

    Liebe als Einander-Umsorgen, als kuratives Hegen (orale Kollusion)

     
  3. 3.

    Liebe als Einander-ganz-Gehören, besitzergreifende Herrschaft (analsadistische Kollusion)

     
  4. 4.

    Liebe als männliche Bestätigung, konkurrierende Selbstbehauptung (phallisch-ödipale Kollusion)

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Buber M (1978) Ich und Du. Lambert Schneider, HeidelbergGoogle Scholar
  2. Buber M (1984) Das dialogische Prinzip. Lambert Schneider, HeidelbergGoogle Scholar
  3. Falck HR (1988) Paartherapie bei funktionellen Sexualstörungen. gynaekol. prax. 12: 531–542Google Scholar
  4. Falck HR (1991) Schließen Sie den Dritten mit ein. Sex. Med. 20: 550–558Google Scholar
  5. Gambaroff M (1984) Utopie der Treue. Rowohlt, HamburgGoogle Scholar
  6. Hoeffken KD u. Mitarb. (1984) Modifizierte Paartherapie-tiefenpsychologische Variante der Masters und Johnson Therapie. Sex. Med. 11: 501–504Google Scholar
  7. König K u. Kreische R (1985) Partnerwahl und Übertragung. Familiendynamik 10: 341–362Google Scholar
  8. König K u. Kreische R (1991) Psychotherapeuten und Paare. Vandenhoeck und Ruprecht, GöttingenGoogle Scholar
  9. Kreische R (1986) Die Behandlung von neurotischen Paarkonflikten mit paralleler analytischer Gruppentherapie für beide Partner. Gruppenpsychother. Gruppendynamik 21: 337–349Google Scholar
  10. Kreische R (1986) Zu den Auswirkungen von Charakterstruktur, Übertragung und Gegenübertragung bei der Behandlung neurotischer Paarkonflikte. Gruppenpsychother. Gruppendynamik 22: 22–35Google Scholar
  11. Kreische R (1990) Paartherapie in zwei Systemen: die Kombination von Paar-und Gruppentherapie. Gruppenpsychother. Gruppendynamik 26. 245–257Google Scholar
  12. Moeller ML (1982) Zur Therapie und Technik der Paargruppenanalyse. Familiendynamik 7: 150–158Google Scholar
  13. Molinski H (1976) Die fokussierende Deskription. Sex. Med. 5: 712–716Google Scholar
  14. Preuss HG (1970) Zur analytischen Konfrontation neurotisch gestörter Ehepaare in der Gruppe. Gruppenpsychother. Gruppendynamik 3. 279–288Google Scholar
  15. Willi J (1975) Die Zweierbeziehung. Rowohlt, HamburgGoogle Scholar
  16. Willi J (1978) Therapie der Zweierbeziehung. Rowohlt, HamburgGoogle Scholar
  17. Willi J (1981) Therapie von Sexualstörungen. Paartherapie oder Sexualtherapie. Familiendynamik 3: 248–259Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Hans-Richard Falck

There are no affiliations available

Personalised recommendations