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Schmerztherapie bei Kindern

  • R. Richter
Conference paper

Zusammenfassung

Mit Schmerztherapie bei leukämie- und tumorkranken Kindern assoziiert man in erster Linie oft das sog. Terminalstadium und meint dann in erster Linie den Einsatz zentral wirksamer Analgetika wie Morphin. Nach den großen Studien von Frau Massimo in Italien und Angela Miser in den USA leiden aber mehr als Zweidrittel aller Kinder mit Tumorerkrankungen an Schmerzen. Die Daten von Frau Massimo gehen auf eine Patientengruppe von 814 italienischen Kindern in 10 Jahren zurück. Schmerz ist nicht nur erstes Symptom der Tumorerkrankung selbst, sondern auch Folge onkologisch aggressiver-kurativer Therapiemodalitäten. Die Transplantationsmedizin hat im Rahmen der Konditionierung eine schwere Mukositis zur Folge, die oft den Einsatz, v.a. zentral wirksamer Analgetika erforderlich macht. Eine weitere Schmerzursache stellen die häufigen diagnostischen und therapeutischen Eingriffe dar, wie z.B. Knochenmark-und Lumbalpunktionen. Allein das z.Z. gültige Protokoll der deutschen Studie zur Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (BFM 1990) sieht bei Kindern im Hochrisikobereich bis zu 12 Lumbalpunktionen und zahlreiche Knochenmarkpunktionen vor. Nach Neil Schechter in den USA geben die Kinder den Schmerz, der bei der Knochenmarkpunktion empfunden wird, auf einer visuellen Analogskala, die von 0-5 reicht, immerhin mit einer Wertigkeit von 4, 4 an. Für diese sog. „kleinen“ Eingriffe gibt es bisher keine standardisierte Prämedikation bzw. Analgesie. In einer weiteren Studie hat v.a. auch Neil Schechter dargestellt, daß Kinder nach Operationen schlechter mit Analgetika versorgt sind als Erwachsene, und Joan Eland zeigt, daß von 25 Kindern, die großen Operationen unterzogen wurden, nur 12 mit Analgetika adäquat versorgt waren. Im Vergleich dazu erhielten 18 Erwachsene mit gleicher Operation insgesamt nahezu 700 Dosen analgetischer Substanzen postoperativ. Bereits 1973 haben Marks und Sachaer festgestellt, daß Ärzte nur 50–65% der therapeutisch erforderlichen Opiatdosis verschrieben, die Schwestern aber nur 20–30% der verordneten insuffizienten Menge verabreichten.

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Literatur

  1. 1.
    Hardinghaus W (1988) Das Tor zum Geheimnis der Hoffnung Z Allgemeinmed 35 /36: 5Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • R. Richter

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