Die hypermobile „Sakroileitis“ und ihre Behandlung durch Sklerosierung

  • H. R. Weiss
  • H. Thabe
Conference paper

Zusammenfassung

Die Sklerosierungsbehandlung der Iliosacralgelenke wird bei nachgewiesener Insuffizienz der sacroiliacalen Bänder zunehmend durchgeführt. Die Bewertung der Behandlungserfolge ist jedoch unterschiedlich. Gutmann und Biedermann fanden eine völlige bis sehr gute Besserung in 52% der Fälle, Hackett gibt für seine Patienten eine Heilungsquote von 80–90% an; daß in Einzelfällen Rezidive auftreten können, ist ebenfalls beschrieben. Hierfür ist nach Gutmann eine Wiederholungsbehandlung nach 1–2 Jahren indiziert.

24 Patienten mit einer abgeschlossenen Sklerosierungsbehandlung wurden wegen ISG-Hypermobilität in einer Fragebogenaktion befragt. 16 Fragebögen wurden uns vollständig ausgefüllt zurückgesandt. Es handelte sich um 13 Frauen, 3 Männer mit einem Durchschnittsalter von 56,4 Jahren, schwankend zwischen 21 und 83 Jahreno Die Befragung fand durchschnittlich nach 22,8 Monaten statt (schwankend zwischen 5 und 63 Mon.). 87% der Patienten verspiirten Rückenschmerzen, 50% eine Ausstrahlung dorsal in beide Beine und 56% eine Ausstrahlung in das GesäB.

Vor der Behandlung ergab sich folgende Verteilung auf die Ränge der Schmerzintensitätsskala: 50% bei Rang 5, 44% auf Rang 4 und 6% auf Rang 3.

Nach der Behandlung fanden wir folgende Verteilung der Patienten auf die Ränge der Schmerzintensitätsskala: 12,5% fanden sich auf Rang 4, 18,75% auf Rang 3, 50% auf Rang 2 und 18,75% auf Rang 1.

Zu Beginn der Behandlung fand sich folgende Verteilung auf die Ränge der Schmerzhaufigkeitsskala: 93,75% auf Rang 4 und 6,25% auf Rang 3.

Nach abgeschlossener Sklerosierungsbehandlung fanden sich 31,6% auf Rang 4, 25% auf Rang 3 und 37,5% auf Rang 2.

Über 43% der Patienten waren nach der Behandlung zunächst schmerzfrei, ehe sich wieder Beschwerden einstellten. Bei insgesamt 50% der Befragten zeigte sich in gutes bis sehr gutes Endergebnis, sodaS diese Behandlung bei ansonsten konservativ nicht zu beeinflussender Schmerzsymptomatik durchaus ihre Berechtigung hat.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • H. R. Weiss
    • 1
  • H. Thabe
    • 2
  1. 1.Katharina-Schroth-KlinikRehabilitationszentrum mit Schwerpunkt WirbelsäulendeformitätenSobernheimDeutschland
  2. 2.Orthopädische AbteilungDiakonie-AnstaltenBad KreuznachDeutschland

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