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Zugang nach Kraske

  • L. Riedler
Conference paper

Zusammenfassung

Es sind jetzt genau 107 Jahre her, seit Kraske [3] die Rectotomia posterior superior vorgestellt hat, die nach ihm benannt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Chirurgen den Mastdarmtumor entweder nur peranal entfernen, wenn die Geschwulst entsprechend tief unten wuchs, oder durch Laparotomie, wenn der Tumor hoch genug lag. Alle Patienten mit einem Tumor im mittleren Rektumdrittel, der peranal oder vom Abdomen her entfernt wurde, verstarben. Die Low-anterior-Resektion nach Dixon [1] war ja noch nicht bekannt, auch nicht die abdominoperineale Rektumexstirpation nach Miles [5] oder das Durchzugsverfahren nach Hochenegg [2]. Kraske hatte nun die Idee, diese nicht operablen Tumoren im mittleren Rektumdrittel von hinten — also von der Kreuz-Steißbein-Seite aus — operabel zu machen, da ihm dieser Zugang als der einzig richtige Weg erschien. Er entfernte unter Schonung des 3. Sakralnervs den linken unteren Teil des Kreuzbeinflügels, um so besser an den in der Kleinbeckenhöhle linksseitig liegenden Mastdarm heranzukommen. Der Patient wurde in Rechtsseitenlagerung bei angezogener linker Hüfte gebracht. Der Schnitt erfolgte von der Mitte des Kreuzbeins bis knapp zum After hin. Kraske war überrascht, wie günstig dieser Zugang von hinten war und wie gut man das Rektum aus der Kreuzbeinhöhle mobilisieren konnte. Er versuchte dabei, das Peritoneum nicht zu eröffnen. Die Anastomose nähte er am oberen Analrand. Erstaunlicherweise trat keine anorektale Kontinenzstörung auf.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • L. Riedler

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