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“Gerechtigkeitskriterien” in der Transplantationsmedizin — Eine ordoliberale Perspektive

  • H. Kliemt
Part of the Dokumentation des Wissenschaftlichen Symposiums book series (DWS)

Zusammenfassung

Im Zuge der allgemeinen “Rehabilitation der praktischen Philosophie”, die sich insbesondere seit der Veröffentlichung von John Rawls’ “Theorie der Gerechtigkeit” im Jahre 1972 auf breiter Front vollzogen hat, kam es zu einer Wiederbelebung nahezu aller klassischen normativen Fragen des (ge) rechten Handelns, der Verteilungsgerechtigkeit, der Gerechtigkeit und Rechtfertigung von Regeln etc. Durch Anwendung neuerer moralwissenschaftlicher Methoden, die insbesondere der modernen Entscheidungstheorie (im umfassendsten Sinne des Begriffs) entlehnt wurden, konnten alte Fragestellungen präzisiert und auf dieser Grundlage neue Einsichten gewonnen werden. Die so entstandenen praktisch philosophischen Theorien bewegen sich allerdings im allgemeinen auf einem Abstraktionsniveau, das eine unmittelbare Anwendung auf realweltliche praktische Probleme ausschließt. Das macht diese Theorien für Zwecke allgemeiner praktischer Orientierung keineswegs wertlos, erlegt uns jedoch die Aufgabe auf, “den Tunnel auch von der anderen Seite aus anzubohren”. Philosophen haben sich dieser Aufgabe ebenso gestellt wie Vertreter benachbarter Disziplinen und versucht, von kronkreten Problemen ausgehend auf die abstrakten Theorien zuzuarbeiten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • H. Kliemt
    • 1
  1. 1.Fachbereich PhilosophieUniversität / Gesamthochschule DuisburgDeutschland

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