Die Knochentransplantation bei der endoprothetischen Versorgung von Protrusionshüften — spannungsoptische Untersuchungen und klinische Resultate

  • G. Mayer
  • D. Höchel
  • H. Seidlein
Conference paper

Zusammenfassung

Der künstliche Gelenkersatz ist bei Protrusionshüften mit stark ausgedünntem, fragmentiertem oder bereits völlig zerstörtem Pfannenboden problematisch, da das unzureichende oder völlig fehlende Knochenlager eine stabile Verankerung der Pfannenprothese in Frage stellt. Das gilt speziell für Protrusionshüften, die als Folge einer zentralen Luxationsfraktur, einer ausgedehnten entzündlichen Erkrankung oder durch instabil gewordene Pfannenimplantate sekundär entstanden sind. Häufig sind hier nicht nur die zentralen, sondern auch die tragenden Azetabulumstrukturen destruiert. Massive, bis zur Instabilität des Beckenrings führende Pfan-nenosteolysen werden vor allem durch ausgelockerte zementierte Pfannenprothesen provoziert, während instabile zementfreie Pfannenimplantate das Azetabulum weniger aggressiv aufweiten. Bei solchen Ausgangssituationen gilt die Azetabulumrekonstruktion als entscheidende Voraussetzung für eine zuverlässige Implantation oder Reimplantation der Pfannenprothese. Als Methode der Wahl hat sich die Defektauffüllung mit autogener oder allogener Spongiosa bewährt (Hirst et al. 1987). Bei Instabilität des Beckenrings wird eine zusätzliche Pfannenarmierung emfohlen (Mayer u. Hartseil 1986). Im Hinblick auf diese implantationstechnischen Konsequenzen haben wir mit Hilfe der Spannungsoptik die festigkeitsmechanischen Verhältnisse am protrusionsdeformierten Azetabulum modellmäßig untersucht. Mit diesem elastizimetrischen Verfahren sollten die Beziehungen zwischen Größe der lastaufnehmen-den Defektfläche und Implantatstabilität dargestellt und semiquantitativ aufgeklärt werden.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • G. Mayer
    • 1
  • D. Höchel
    • 1
  • H. Seidlein
    • 1
  1. 1.Klinik für OrthopädieErnst-Moritz-Arndt-UniversitätGreifswaldDeutschland

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