Prämedikation: Routine ohne gesicherten Nutzen?

  • C. Madler
  • D. Schwender
Part of the Anaesthesiologie und Intensivmedizin / Anaesthesiology and Intensive Care Medicine book series (A+I, volume 222)

Zusammenfassung

Im Jahre 1869 beobachtete Bernard, daß die pränarkotische Gabe von Morphin die Einleitung einer Chloroformanästhesie erleichterte. Es ließ sich nicht nur die Gesamtdosis des benötigten Cloroforms herabsetzten, auch unerwünschte Nebenwirkungen dieser damals häufig angewendeten Mononarkose konnten wesentlich reduziert werden. So verwundert es nicht, daß die Prämedikation seit den Frühzeiten der Anästhesiologie fester Bestandteil der präoperativen Versorgung geworden ist. Obwohl die operative Medizin insgesamt und die anästhesiologischen Verfahren im besonderen sich im Laufe der Jahre deutlich gewandelt haben, ist die Prämedikation über viele Jahre ein unveränderter und meist unreflektierter Routinevorgang geblieben. Um so mehr scheint es gerechtfertigt, sich von Zeit zu Zeit die Ziele, die mit der Verabreichung der Prämedikation erreicht werden sollen, vor Augen zu führen und ggf. die eigenen Prämedikationsstandards den Erfordernissen der modernen Anästhesie anzugleichen. Dies gilt nicht zuletzt für die Prämedikation des herzkranken Patienten, welcher als Risikopatient von einer sorgfältigen perioperativen anästhesiologischen Behandlung in besonderem Maße profitiert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Agarwal A, Chari P, Singh H (1989) Fluid deprivation before operation. Anaesthesia 44: 632–632PubMedCrossRefGoogle Scholar
  2. 2.
    Fassonlaki A, Kaniaris P (1982) Does atropine premedikation affect the cardiovascular response to laryngoscopy and intubation? Br J Anaeth 54: 1065–1068CrossRefGoogle Scholar
  3. 3.
    Ilias WK (1986) Premedication administered to anesthesiologists as patients. Acta Anaesthesiol Scand 30: 105–108PubMedCrossRefGoogle Scholar
  4. 4.
    Madler C (1989) Prämedikation In: Peter K, Frey L, Hobbhahn J ( Hrsg) Anästhesiologie, Enke StuttgartGoogle Scholar
  5. 5.
    Madler Cl, Mendl G, Plank A, Martin E (1987) Preoperative anxiety and postoperative pain in minor orthopedic surgery. Acta Anaesthesiol Scand [Suppl] 31: 86Google Scholar
  6. 6.
    Olthoff D, Deutrich C, Lindenau K-F (1987) Untersuchungen zu den Atropin-Wirkungen bei koronarer Herzkrankheit. Anaesthesist [Suppl] 36: 389Google Scholar
  7. 7.
    Thomson IR, Bergstrom RG, Rosenbom M, Meatherall RC (1988) Premedication and high-dose fentanyl anesthesia for myocardial revascularisation. Anesthesiology 68: 194–200PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • C. Madler
  • D. Schwender

There are no affiliations available

Personalised recommendations