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WIDAB — Konzeption und Pilotrealisierung eines experimentellen Information Retrieval-Systems

  • Kurt Englmeier
Conference paper
Part of the Informatik-Fachberichte book series (INFORMATIK, volume 289)

Kurzfassung

Die Konzeption des Informationssystems WIDAB (Wirtschaftsinformationen- und Datenbank) orientiert sich an dem Ziel, aus einer wahrhaftig unübersehbaren Menge an Wirtschaftsdaten, die bei den statistischen Ämtern und Wirtschaftsforschungsinstituten gehalten werden, Informationen werden zu lassen, die so einfach zugänglich sind wie der Inhalt einer Zeitung. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, daß einerseits für viele Unternehmen die Bedeutung von Wirtschaftsinformationen aus Datenbanken stetig wächst, die derzeitigen Informationsdienste die Ansprüche der Nutzer nach Aktualität, Vollständigkeit, vor allem aber nach Problemorientiertheit, Integrationsfähigkeit sowie leichtem und kostengünstigen Zugang nur sehr unzureichend erfüllen können. Anstelle einer Retrieval-Sprache soll ein Menüsystem die Nutzer in die Lage versetzen, ihre Suchanfrage präzise zu formulieren. Es ermöglicht die Navigation in Begriffshierarchien, die nach den Sachgebieten Regionen, Branchen und Variablen getrennt sind. Ziel ist es, die Mensch-Computer-Schnittstelle so zu gestalten, daß den Nutzern thematische Zusammenhänge näher gebracht und mit dem Navigieren die Formulierung der Suchanfrage nahtlos verbunden werden kann, die ihren Ausdruck im „Ankreuzen“ für das Informationsproblem relevanter Begriffe findet. Diesem Ansatz liegt die These zugrunde, daß Benutzer die ihr Informationsproblem charakterisierenden Begriffe mit denen in den Hierarchien assoziieren können.

Zu diesem Zweck wird Sachwissen in Form dieser Begriffsrelationen in den Retrievalprozeß integriert. Diese zusätzlichen Daten warden zentral von Informationsmittlern für alle Benutzer verwaltet und diesen zur Formulierung ihrer Suchanfragen zur Verfügung gestellt. Die Nutzer recherchieren nicht direct in der Datenbank, von der sie vermuten, ihr Inhat könnte zur Reduzierung ihres Informationsproblems beitragen, sondern sie bedienen sich eines automatisierten Informationmittlers, der die Recherche für sie durchführt.

Doch die Begriffshierarchien sind nicht nur für die Steuerung des Menüsystems verantwortlich, sondern auch für die genaue Umsetzung der Suchanfrage in eine automatische Datenbank-Recherche. Deshalb ist es notwendig, den Inhalt der Datenbanken mit den Begriffshierarchien zu verbinden. Erst wenn die Verweise auf die Dokumente in die Begriffsrelationen integriert sind, kann aus der Suchanfrage eine automatische Recherche abgeleitet warden, die als Suchergebnis eine am Informationsproblem orientierte Dokumentensammlung liefert. WIDAB will diesen Zuordnungprozeß weitgehend automatisieren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Kurt Englmeier
    • 1
  1. 1.Ifo-Institut für WirtschaftsforschungMünchen 86Deutschland

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