Dauerbelastung des Kapselsacks durch Haptiken intraokularer Kunstlinsen

  • R. Effert
  • E. Imkamp
  • P. Hunfeld
Conference paper

Zusammenfassung

Nach Implantation einer intraokularen Linse in den Kapselsack sind die Haptiken in der Regel um einen bestimmten Betrag gestaucht und üben Kräfte auf die Begrenzungen des Kapselsackes aus. Die Rückstellkräfte nehmen aber schnell ab, da Haptikmaterial aus Polypropylen oder PMMA nur ein geringes Strukturgedächtnis besitzt. In der vorliegenden Studie wurde untersucht welche Kräfte in der Anfangsphase und nach vielen Stunden noch wirksam sind. Hierzu wurden Haptiken aus Polypropylen und PMMA um definierte Beträge (1,6 bzw. 2,9 mm) auf der Meßplatte einer Hochpräzisionswaage gestaucht. Anschließend wurden die angezeigten Meßwerte in der Anfangsphase alle 10 s und später im Stundenrhythmus bis zu 10 h nach Einspannung abgelesen. Die Ergebnisse zeigen, daß die Rückstellkräfte für PMMA Haptiken um durchschnittlich 200–600% höher liegen, als für Haptiken aus Polypropylen. Innerhalb der ersten 3 min fällt der Ausgangswert um ca. 23% ab, innerhalb der nächsten 10 h erfolgt ein weiterer Abfall um 20%. Nach 10 h sind noch ca. 60% des Ausgangswertes wirksam.

Summary

After implantation of intraocular lenses in the bag, the haptics are bend and a force is acting on the circumference of the bag. However the force is not constant. In this study we examined the time course of the acting forces of PMMA and Polypropylen-haptics. N = 132 Haptics of different intraocular lenses were went on a high precison scale. In this way it could be shown, that the acting force will be reduced by 23% within the first three minutes. Within the next ten hours the acting force reduced again by 20%. The values for PMMA were higher by 200–600% in comparison to Polypropylen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • R. Effert
    • 1
  • E. Imkamp
    • 1
  • P. Hunfeld
    • 1
  1. 1.AugenklinikRWTH AachenAachenBundesrepublik Deutschland

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