Führt eine perioperative Gabe des Plasmainhibitors Aprotinin zu einer Steigerung des postoperativen Thromboserisikos?

  • Sylvia Haas
  • H.-M. Fritsche
  • H. Ritter
  • F. Lechner
  • G. Blümel
Conference paper
Part of the Langenbecks Archiv für Chirurgie vereinigt mit Bruns’ Beiträge für Klinische Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 91)

Zusammenfassung

Zahlreiche operative Eingriffe, wie z.B. Herzoperationen, orthopädische Eingriffe und Prostatektomie, sind mit einem beträchtlichen postoperativen Blutverlust verbunden. Eine der Ursachen für diesen Blutverlust besteht darin, daß als Reaktion auf die Freisetzung proteolytischer Enzyme aus verletzten Geweben eine gesteigerte Fibrinolyse erfolgt. Unter diesen Bedingungen sind die körpereigenen Proteinaseinhibitoren nicht ausreichend, um rasch genug das physiologische Gleichgewicht zwischen Aktivatoren und Inhibitoren wiederherzustellen. Es erscheint daher logisch, diesen Patienten Proteinaseinhibitoren therapeutisch zuzuführen. In der Herzchirurgie wird dies seit mehreren Jahren zunehmend mit Erfolg praktiziert, wobei durch hochdosierte perioperative Gabe von Aprotinin der Blutverlust und Transfusionsbedarf deutlich gesenkt werden konnte [1, 2]. Aufgrund der sehr hohen Dosierungen von Aprotinin stellt sich die Frage, ob der therapeutische Erfolg hinsichtlich der Verringerung der Blutungskomplikationen durch möglicherweise vermehrtes Auftreten postoperativer thromboembolischer Komplikationen eingeschränkt wird. Zur Beantwortung dieser Frage haben wir bei Patienten mit hohem Thromboserisiko eine doppelblinde Vergleichsstudie durchgeführt und die postoperative Thromboseincidenz mit dem Radiofibrinogen-Test (RFT) ermittelt.

Is the Risk of Postoperative Thrombosis Increased After Perioperative Therapy with the Plasmin Inhibitor Aprotinin?

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Literatur

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    Risberg B (1977) Fibrinolysis and tourniquet. Lancet II:360–361.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Sylvia Haas
    • 1
  • H.-M. Fritsche
    • 2
  • H. Ritter
    • 2
  • F. Lechner
    • 2
  • G. Blümel
    • 1
  1. 1.Institut für Experimentelle ChirurgieTechnische Universität München (Direktor: Univ. Prof. Dr. med. G. Blümel)Deutschland
  2. 2.Kreiskrankenhaus Garmisch-Partenkirchen (Ärztl. Direktor: Prof. Dr. med. F. Lechner)Deutschland

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