Advertisement

Ethische Güterabwägung in der klinischen Medizin

  • Hanns-Peter Wolff

Zusammenfassung

In die medizinische Nutzen-Risiko-Kalkulation verantwortungsbewußter Ärzte ging schon immer die Frage nach dem ethisch richtigen Handeln — bezogen auf das reale und ideelle Patienteninteresse — ein. Sie wurde in der Regel nach bestem Wissen und Gewissen, oft nach dem Gefühl, entschieden. Wir wissen heute, daß das jetzt und in Zukunft nicht mehr genügt. Denn medizinischer Fortschritt und sozioökonomischer Wandel haben Ärzte und Biomediziner vor Fragen gestellt, auf die die traditionelle hippokratische Medizinethik keine Antwort weiß: Soll Leben um jeden Preis verlängert werden? Muß man Todkranken ihre Diagnose mitteilen? Hat die Patientenselbstbestimmung ihre Grenzen und, wenn ja, unter welchen Bedingungen? Unter welchen Voraussetzungen sind Organentnahmen zu Transplantationszwecken oder Menschenversuche um des medizinischen Fortschrittes willen ethisch vertretbar? Nach welchen Kriterien sollen knappe medizinische Ressourcen verteilt werden? Wie sind Nutzen und Risiken neuer Techniken wie extrakorporale Fertilisation, Genomanalyse und Gentherapie ethisch zu begründen und gegeneinander abzuwägen?

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beauchamp TL, Childress JF (1983) Principles of biomedical ethics, 2nd edn. Oxford Univ Press, New York Oxford, pp 209–217, 228–237Google Scholar
  2. Chagraff E (1987) Naturwissenschaft als Angriff auf die Natur. In: Wehowsky ST (Hrsg) Lebensbeginn und menschliche Würde. Schweitzer, München, S 99–108Google Scholar
  3. Deutsch E (1981) Das therapeutische Privileg des Arztes. Nichtaufklärung zugunsten des Patienten. In: Heberer G, Schreiber E (Hrsg) Indikationen zu Operationen. Springer, Berlin Heidelberg New York, S 17Google Scholar
  4. Engelhardt HT (1986) The foundations of bioethics. Oxford Univ Press, New York OxfordGoogle Scholar
  5. Engelhardt HT (1987) Gentherapie an menschlichen Keimbahnzellen. In: Braun R et al. (Hrsg) Ethische und rechtliche Fragen der Gentechnologie und Reproduktionsmedizin. Schweitzer, München, S 255–262Google Scholar
  6. Gründel J (1987) Sittliche Bewertung des ärztlichen Handelns bei Anfang und Ende des menschlichen Lebens. In: Lenk H, Stauner JJ, Ströker E (Hrsg) Anfang und Ende des menschlichen Lebens. Medizinische Probleme. Fink & Schöningh, München, S 78–101Google Scholar
  7. Häring B (1977) Ethik der Manipulation. Styria, GrazGoogle Scholar
  8. Hinrichsen KV (im Druck) Humanembryologie. Springer, Heidelberg Berlin New York TokyoGoogle Scholar
  9. Howard T, Rifkin J (1977) Who should play God? the artificial creation of life and what means for the future of the human race. Dell, New YorkGoogle Scholar
  10. Jonas H (1982) Philosophical reflections on experimenting with human subjects. In: Beaucamp TL, Walters L (eds) Contemporary issues in bioethics. Wadsworth, Belmont/Ca, p 524Google Scholar
  11. Kant J (1900) Selbstzweckformel des kategorischen Imperativs in „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“. Gesammelte Schriften, Bd IV. Berliner Akademie der Wissenschaften, Berlin, S 433Google Scholar
  12. Laufs A (1988) Arztrecht. 4. Aufl. Beck, Nördlingen, S 100–102Google Scholar
  13. Löw R (1985) Leben aus dem Labor. Gentechnologie und Verantwortung — Biologie und Moral. Bertelsmann, Gütersloh, S 153–188Google Scholar
  14. Rahner KS, SJ (1975) Die Freiheit des Kranken in theologischer Sicht. Arzt Christ 21:65Google Scholar
  15. Rawls J (1971) A theory of justice. Harvard Univ Press, Cambridge/MAGoogle Scholar
  16. Ruff W (1971) Die Menschwerdung menschlichen Lebens. Arzt Christ 17:131–183Google Scholar
  17. Sass H-M (1988) Bio-Ethik in den USA. Springer, Berlin Heidelberg New York Tokyo, S 61–70Google Scholar
  18. Sass HM (in press) Brainlife and braindeath. J Med Philos 14Google Scholar
  19. Schöne-Seifert B (1988) Verantwortungsprobleme in der medizinischen Mikroallokation. In: Sass HM (Hrsg) Ethik und öffentliches Gesundheitswesen. Springer, Berlin Heidelberg New York Tokyo, S 135–150Google Scholar
  20. Veatch RM (1977) Case studies in medical ethics. Harvard Univ Press, Cambridge/MAGoogle Scholar
  21. Viefhues H (1987) Medizinische Ethik in einer offenen Gesellschaft. Med Mat 1:18–24Google Scholar
  22. Walter L (1988) Gentherapie am Menschen. In: Sass HM (Hrsg) Bio-Ethik in den USA. Springer, Berlin Heidelberg New York Tokyo, S 252–267Google Scholar
  23. Wolff HP (im Druck) Arzt und Patient. In: Sass HM (Hrsg) Medizin und Ethik. ReclamGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Hanns-Peter Wolff
    • 1
  1. 1.SalzburgÖsterreich

Personalised recommendations