Ileumaugmentation der Blase und artefizieller Sphinkter bei Frauen

  • F. Noll
  • F. Schreiter
Conference paper

Zusammenfassung

Bei Patienten mit Reflexblasen, entzündlichen Schrumpfblasen, hyperaktiven Blasen anderer Genese oder akontraktilen Low-Compliance-Blasen ist zur Therapie der Harninkontinenz häufig sowohl die urethrale als auch die detru- sorbedingte Komponente der Inkontinenz zu behandeln. Letztere läßt sich medikamentös oder durch eine Ileumaugmentation der Blase beheben, die urethrale Komponente ist gut durch die Implantation eines artefíziellen Sphinkters zu beherrschen.

Die Blasenentleerung, die nach Ileumaugmentation nur noch durch Bauchpresse oder intermittierendem Katheterismus zu bewerkstelligen ist, kann bei Frauen wirksam durch eine Erweiterung des Blasenauslasses im Sinne eines Bladder-Flap unterstützt werden. Da dabei die Sphinkterfunktion der Urethra zerstört wird, muß bei einer solchen Operation die Kontinenz durch einen artefíziellen Sphinkter wiederhergestellt werden. Vorteil eines solchen Vorgehens ist, daß allein durch Bauchpresse die vollständige Blasenentleerung erreicht werden kann. Katheterismus ist nicht erforderlich. Nachteilig sind die erhöhte Arosionsrate des artefíziellen Sphinkters und somit bedingte Nachoperationen.

Im Zeitraum von 1983 bis 1/1990 haben wir bei 32 Patientinnen eine Ileumaugmentation der Blase oder den vollständigen Blasenersatz mit Ileum in Kombination mit der Implantation eines artefíziellen Sphinkters durchgeführt. 10mal wurde die Urethra durch einen Bladder-Flap erweitert, 6mal war eine zusätzliche Antirefluxoperation notwendig. 16mal war die Ileumaugmentation in gleicher Sitzung mit der Implantation des künstlichen Blasenschließmuskels erfolgt.

Von den 32 Patienten sind 29 kontinent, 27 entleeren die Blase ohne Restharn, 3 müssen noch zusätzlich katheterisieren. Von den 3 inkontinenten Patienten sind jetzt 2 supravesikal abgeleitet, bei einer Patientin wurde die augmentierte Blase durch ein kontinentes Bauchstoma versorgt.

Die gleichzeitige Implantation von AS 800 und Ileumaugmentation ist möglich, ohne die postoperative Komplikationsrate zu erhöhen, kombiniertes Vorgehen beim Bladder-Flap ist nicht zu empfehlen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • F. Noll
    • 1
  • F. Schreiter
    • 1
  1. 1.Abteilung für Urologie, Verbandskrankenhaus SchwelmUniversität Witten/HerdeckeSchwelmDeutschland

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