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Beta-HCG als Tumormarker bei trophoblastischen Erkrankungen

  • G. Tscherne
Conference paper

Zusammenfassung

Choriogenes Gonadotropin kann für Trophoblasttumoren als sehr spezifischer Tumormarker angesehen werden. Man kann praktisch von der Tatsache ausgehen, daß vitales Tumorgewebe HCG produziert, das quantitativ erfaßbar und als Beta-HCG auch noch in kleinsten Mengen im Serum nachweisbar ist. Damit wird die Indikationsstellung zu einer Chemotherapie, die Festlegung der Anzahl der notwendigen Kurse, also der Dauer der Behandlung, die Beurteilung des Behandlungserfolges und das Erkennen von Rezidiven in einer optimalen Form möglich. In den Jahren 1975 bis 1990 wurden an der Univ.-Frauenklinik Graz 149 Blasenmolen beobachtet. Die Nachkontrollen nach den gültigen Richtlinien (Tscherne 1988) ergaben nur in sieben Fällen (4,7%) die Notwendigkeit einer zytostatischen Therapie. In sechs Fällen mit Tumorverdacht wurde aufgrund der Verlaufskontrollen des HCG letztlich von einer Behandlung Abstand genommen. Nach Blasenmole genügt die HCG-Kontrolle im Harn, nur bei Unklarheiten ist im niedrigen Bereich die Beta-HCG-Bestimmung im Serum einzusetzen, wobei zu beachten ist, daß ein Nachweis bis zu 12 Wochen möglich ist und daß es auch Nachschwankungen gibt (Tscherne und Pürstner 1979). Bei einer Plateaubildung von Beta-HCG in einem sehr niedrigen Bereich (wir beobachteten im letzten Jahr drei Patientinnen mit einer länger anhaltenden Ausscheidung zwischen 5 und 30 rnE/ml) ist die Entscheidung, ob, wann und wie eine Behandlung durchgeführt werden soll, schwierig.

Literatur

  1. Goldstein DP, Berkowitz RS (1982) Gestational trophoblastic neoplasms. WB Saunders, PhiladelphiaGoogle Scholar
  2. Tscherne G (1988) Trophoblasttumoren. In: Martius G (Hrsg), Therapie in Geburtshilfe und Gynäkologie. Thieme, Stuttgart New YorkGoogle Scholar
  3. Tscherne G, Pürstner P (1979) Bestimmung von HCG-β nach Blasenmole und Chorionepitheliom. Geburtshilfe Frauenheilkd 39:704PubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1991

Authors and Affiliations

  • G. Tscherne
    • 1
  1. 1.Geburtshilflich-gynäkologischeUniversitäts-Klinik GrazÖsterreich

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