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Molekularbiologie der HPV-Infektion

  • H. Pfister
Conference paper

Zusammenfassung

Die genetische Information der Papillomviren ist auf doppelsträngiger, ringförmig geschlossener DNA mit ca. 8000 Basenpaaren codiert. Die Genomorganisation aller bisher analysierten Typen ist sehr ähnlich. Man unterscheidet eine 1000 Basenpaare umfassende, nicht-codierende Region, die Kontrollsignale der Genexpression und den Ursprungspunkt der DNA-Replikation enthält, einen 4000 Basenpaare umfassenden Abschnitt, der für Gene codiert, die für Replika-tion, Transkription und onkogene Transformation von Bedeutung sind, und eine 2500 bis 3000 Basenpaare lange Sequenz, die für Strukturproteine codiert. Die Genexpression ist in hohem Maße abhängig vom Differenzierungsgrad der Wirtszellen. Bei der Analyse verschiedener Virustypen zeigte sich bei Verwendung unterschiedlicher Nachweissysteme, daß mindestens drei Gene bei der onkogenen Transformation eine Rolle spielen können: E6, E7 und E5. In Papillomvirus-assoziierten Zervixkarzinomen lassen sich E6- und E7-spezifische Proteine nachweisen. Interessanterweise bilden diese Komplexe mit den zellulären Proteinen p53 bzw. pl05RB, dem sogenannten Retinoblastomprotein, denen man eine Tumor-supprimierende Aktivität zuschreibt. Vor der malignen Entartung Papil-lomvirus-induzierter Läsionen kommt es häufig zur Integration der normalerweise extrachromosomal persistierenden viralen DNA in das zelluläre Genom bzw. zu Mutationen in der viralen DNA, was zu einer verstärkten Expression der transformierenden Gene führen kann.

Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1991

Authors and Affiliations

  • H. Pfister
    • 1
  1. 1.ErlangenDeutschland

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