Die Übertragung: Eine der grundlegenden Entdeckungen Freuds

  • H. H. Strupp

Zusammenfassung

Ich werde mich in diesem Kommentar in erster Linie mit der Psychoanalyse als besonderer Form der Psychotherapie sowie mit den Daten, die innerhalb des psychotherapeutischen Rahmens anfallen, befassen. In der Tat bilden klinische Beobachtungen den Kontext, in dem Breuer und Freud ihre umwälzenden Ent-deckungen machten, und sie sind auch weiterhin das Fundament, auf dem die psychoanalytische Theorie der Psychotherapie beruht. Die derzeitige Verwirrung um die psychoanalytische Theorie wäre weitaus geringer, wenn Freud sich auf das therapeutische Unternehmen beschränkt hätte; dann wäre ihm der Ruhm gewiß sicher. Bedauerlicherweise drängte ihn sein Ehrgeiz, eine universelle Theorie zu entwickeln, die alle Aspekte des menschlichen Verhaltens erklären sollte. In diesem Bemühen stellte er häufig Spekulationen an, und wie Grünbaum und vor ihm andere Autoren gezeigt haben, sind viele seiner Formulierungen fragwürdig, wenn nicht gar unhaltbar. Ich möchte mich auf eine der meiner Meinung nach wichtigsten und empirisch fundiertesten Entdeckungen Freuds konzentrieren — auf die Übertragung. Wenn man eine klinische Situation schafft, in der eine Person — der Therapeut — eine freundliche, erwartungsvolle Haltung einnimmt und genau darauf achtet, was eine andere Person, die sich hilfesuchend an ihn gewandt hat, spricht und wie sie sich verhält, dann wird schnell klar, daß der Patient mit dem Therapeuten ein Bühnenstück inszeniert, das mit der professionellen Beziehung zwischen zwei Erwachsenen in der Gegenwart nicht in Einklang steht.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • H. H. Strupp
    • 1
  1. 1.Department of PsychologyVanderbilt UniversityNashvilleUSA

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