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Naturschutz pp 189-200 | Cite as

Die Quintessenz

  • Hermann Remmert

Zusammenfassung

Viele Touristen reisen in ihren Ferien nach Afrika und sehen sich dort einen oder mehrere der riesigen Nationalparks an, deren Größe häufig bei der des Landes Hessen (also etwa 40 000 qkm) liegt. Das erscheint riesig. Fährt man mit dem Auto in diese Nationalparks und bewundert die Elefanten, Löwen, Giraffen, so scheint dem Touristen Afrika unendlich wie zur Zeit der europäischen Entdecker. Aber: Afrika hat etwa 400 000 qkm Schutzgebiete auf einer Fläche von rund 30 Millionen qkm, und dieser Schutz ist nicht genügend gesichert. Man muß einmal eine Landkarte von Afrika anschauen: Die Schutzgebiete sind winzige Inseln in der lebensfeindlichen Umwelt, die diese Inseln umgeben. Heute muß man davon ausgehen, daß außerhalb der Nationalparks fast nirgendwo ein Löwe, ein Elefant und bestimmt kein Nashorn mehr lebt. Einige wenige Arten werden in Ost- und Südafrika in großen Farmen für Jagdzwecke gehalten — wie Kudu, Giraffe, Impala und Strauß. Einige wenige vermögen sich in gebirgigen Gegenden ohne Schutzstatus zu halten, wie etwa der Leopard. Im ganzen aber ist die afrikanische Tierwelt heute auf die Nationalparks beschränkt, die uns beim Betreten groß erscheinen. In Europa und Nordamerika ist das Verhältnis von geschütztem zu ungeschütztem Gebiet etwa wie in Afrika. In Südamerika und in den tropischen Regenwaldgebieten Südostasiens liegen die Verhältnisse noch schlechter. Zwar haben eine Reihe von Staaten große Teile ihres Staatsgebiets unter Naturschutz gestellt (Tansania, Ruanda, Costa Rica), aber der Schutz ist hier meist sehr schlecht gesichert.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • Hermann Remmert
    • 1
  1. 1.Fachbereich BiologieUniversität LahnbergeMarburg/LahnDeutschland

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