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Non vivere, valere vita!

  • Wilhelm Doerr
Conference paper
Part of the Brücken von der Allgemeinmedizin zur Psychosomatik book series (BRÜCKEN)

Zusammenfassung

Nach dem unerforschlichen Ratschluß der Kongreßleitung wurde das Thema meines Vortrags nach dem 6. Epigramm des Marcus Valerius Martial (40–102 n.Chr.) formuliert. Würde man mich gefragt haben, bevor die Tagesordnung festgeschrieben wurde, hätte ich zu bedenken gegeben, daß Martial alle Laster der menschlichen Gesellschaft im Rom des 1. nachchristlichen Jahrhunderts „mit beißendem Witz, aber ohne sittlichen Ernst“geschildert hatte. In dem zu seiner Zeit berühmt gewesenen Lehrbuch der Mikrobiologie von Rainer Müller (1946) wurde Martial im Zusammenhang mit der Darstellung der Geschichte der Syphilis als Pornograph bezeichnet. Nun glaube ich zu wissen, daß die Verantwortlichen für die Brückentage mir weder Taktlosigkeiten noch Aggressionen hatten unterstellen wollen. Sie haben sich ganz einfach nach dem Sigillum, dem Motto des Freistemplers des Pathologischen Institutes, gerichtet. Und für diesen war ich zuständig, und das kam so: Aus der Heidelberger Schule hervorgegangen, durch Alexander Schmincke mit den Persönlichkeiten von Ludolf Krehl und besonders des Pathologen Paul Ernst, jedenfalls was deren geistigen Nachlaß anbetrifft, bekanntgemacht, fühlte ich mich der sog. Individualpathologie, also der methodischen Grundhaltung der Krehl-Schule, Richard Siebeck, Friedrich Curtius, Karl Hansen, in Sonderheit auch der geschliffenen „Pathologie des Einzelfalles“ im Sinne des Ernst-Schülers Curt Froboese verpflichtet.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Doerr

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