Kriminalität pp 377-398 | Cite as

Kriminalität im Alter

Forensisch-psychiatrische und kriminologische Aspekte
  • Reinhold Schüttler
  • Ralph-Michael Schulte

Zusammenfassung

Ältere Bundesbürger können, wie jeder andere auch, sowohl als Täter delinquenten Verhaltens strafrechtlich in Erscheinung treten als auch als Opfer von kriminellen Handlungen unmittelbar oder mittelbar betroffen werden1). Obwohl die über 60jährigen Bundesbürger einen Anteil von ca. 25 % der strafmündigen Bevölkerung ausmachen, stellt diese Altersgruppe nach den Ergebnissen der polizeilichen Kriminalstatistik 19872) nur einen Anteil von 5,7 % aller Tatverdächtigen dar. Mit der relativen und absoluten Zunahme älterer Bürger im Laufe der nächsten Jahrzehnte — nach dem Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes wird der Anteil der über 65Jährigen sukzessive bis auf 20 % ansteigen — kommt auch der Altersdelinquenz eine veränderte Bedeutung zu, da parallel zu der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung mehr Ältere zu Straftätern werden. Epidemiologische Untersuchungen zur Frequenz und Verteilung psychiatrischer Erkrankungen, die in allgemein-medizinischen und Nervenarztpraxen bzw. als Kohortenuntersuchung in Stadtteilen von Ballungsräumen (z.B. Mannheim) oder in ländlichen Regionen (z.B. Oberbayern) durchgeführt wurden, dokumentieren, daß ca. 30 % aller älteren Bürger an psychischen Störungen oder Erkrankungen leiden; im Vordergrund stehen Persönlichkeitsstörungen und leichte chronische organische Psychosyndrome.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • Reinhold Schüttler
  • Ralph-Michael Schulte

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