Wie (er)leben Frauen nach einer Hysterektomie

  • A. Zintl-Wiegand
  • B. Krumm
  • F. Köhler
  • W. Wiest

Zusammenfassung

In einer 3 Jahre dauernden Längsschnittuntersuchung über psychosoziale und körperliche Auswirkungen und Bewältigung des Lebensereignisses „Hysterektomie“ bei jüngeren Frauen wurde die Gruppe der Frauen, die die Untersuchung verweigerte, mit den Nichtverweigerern verglichen. Sämtliche Parameter der Entscheidungsfindung in der präoperativen Arzt-Patienten-Interaktion waren hochsignifikant verschieden, die rein gynäkologischen Parameter dagegen gleich.

Obwohl die Frauen, die über 3 Jahre beobachtet werden konnten, nach häufigeren flüchtigen Krisen durchweg einen befriedigenden postoperativen Verlauf aufwiesen, machte die gesamte Gruppe sehr wenig Gebrauch von Hilfsangeboten unsererseits. Der Hausarzt war nur selten informiert, die Frauen waren durchweg gesprächsunwillig, wenn sie sich in einer schwierigen psychischen oder sozialen Situation befanden. Damit zeigten diese psychiatrisch nicht definierten Probandinnen qualitativ ähnliche, aber diskretere Abwehr- und Verdrängungsmechanismen wie psychisch wesentlich gestörtere hysterektomierte Psychotherapiepatientinnen, die auch während des therapeutischen Prozesses ihre Symptome nicht nur nicht in Zusammenhang mit der Hysterektomie sehen konnten, sondern sich auch bewußt weigerten, Zusammenhänge herzustellen.

Schlüsselbegriffe

Hysterektomie postoperativer Verlauf Coping Arzt-Patient-Interaktion Abwehrmechanismen 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • A. Zintl-Wiegand
  • B. Krumm
  • F. Köhler
  • W. Wiest

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