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Bedrohung durch „Normalität“ — Juden in der BRD

  • K. Grünberg

Zusammenfassung

Deutsche „Normalität“ ist eine Normalität des Antisemitismus. Zahlreiche Beispiele belegen dies.

Die „Normalität“ des Lebens von Juden in der Bundesrepublik Deutschland ist auch mehr als 40 Jahre nach der nationalsozialistischen Judenvernichtung geprägt von der Shoah. Eine kurze Falldarstellung wird zur Verdeutlichung herangezogen.

Deutsche Bestrebungen nach Herstellung von „Normalität“ im Verhältnis von nichtjüdischen Deutschen zu Juden wollen das Erbe der Shoah vergessen machen. Einerseits soll das „Unwissen” der Täter und Mitläufer verdeckt werden, andererseits sollen die Folgen der Verfolgung auf seiten der Opfer und ihrer Nachkommen aus der Öffentlichkeit verschwinden.

Schlüsselbegriffe

Antisemitismus „Normalisierung“ Nationalsozialismus Bundesrepublik Deutschland Österreich 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • K. Grünberg

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