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Grenzen der Bildinterpretation in der Mamma-Sonographie

  • M. Bauer
  • R. Schulz-Wendtland
Conference paper

Zusammenfassung

Das Mammakarzinom ist heute die häufigste bösartige Geschwulst der Frau [2]. In Kenntnis der Biologie des Mammakarzinoms haben mehrere Autoren [3, 4, 6, 7] darauf hingewiesen, daß die die Prognose bestimmende Tumorzellaussaat bereits sehr früh erfolgen kann. Alle diagnostischen Methoden bemühen sich Herdbefunde kleiner gleich 1 cm zu entdecken. Nachdem die Sonographie neben Inspektion, Palpation, Mammographie, Zytologie und Thermographie in der komplimentären Mammadiagnostik als Zusatzmethode bei klinisch und/oder mammographisch symptomatischen Frauen ihren festen Platz hat [1, 8], ist es wichtig die differentialdiagnostischen Grenzen der Bildinterpretation in der Mammasonographie aufzuzeigen. Die sonographische Diagnose ist bei Tumoren größer als 1,5 cm der mammographischen überlegen — maligne Veränderungen von weniger als 0,5 cm zu entdecken, stellt sicher eine Rarität dar — Mikrokalk ist nicht abzugrenzen [5]. Die Diagnosestellung Mammakarzinom ist nicht nur von der Größe der Befunde, sondern maßgeblich auch von der makroanatomischen Wuchsform, dem Gehalt an Bindegewebe und dem Grad der Stromainvasion abhängig. Und hier ergeben sich differentialdiagnostisch in der Sonographie Probleme bei der Abgrenzung zum Fibroadenom und zwar dann um so mehr, wenn dieses Verkalkungsfiguren bzw. regressive Veränderungen aufweist. Grenzen der Sonographie werden aber auch erreicht bei der Differentialdiagnose der eingedickten Zyste zum echoarmen Tumor in Involutionsmammae. In diesen Fällen ist die Sonographie der Mammographie sicher unterlegen [9] und auch dynamische sonographische Untersuchungen verbessern das Ergebnis nicht wesentlich.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • M. Bauer
    • 1
  • R. Schulz-Wendtland
    • 1
  1. 1.Universitäts-FrauenklinikFreiburgDeutschland

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