Topografisch-anatomische Überlegungen zur vaginalchirurgischen Streßinkontinenztherapie

  • J. Lahodny
Conference paper

Zusammenfassung

Allen Bemühungen chirurgischer Streßinkontinenzbehandlung liegen zwangsläufig anatomische Überlegungen zugrunde, die möglichst verläßliche Blasenhalsele- vation bewirken sollten. Im Zentrum dieser Aktivitäten steht die Blasenhalsver- ankerung und Blasenhalsreposition. Die Ligamenta pubourethralia posteriora und die angrenzenden Strukturen der Fascia endopelvina fixieren den Blasenhals an die Symphysenhinterfläche. Die Höhe der Ligamentansatzpunkte an der Schambeinhinterfläche und ihre Länge bestimmen den Blasenhalshöhenstand. Dieser ist als Kontinenzmerkmal anzusehen. Genau genommen müßte also jeder Frau als Kontinenzmerkmal eine ganz bestimmte Blasenhalstopik zukommen. Wählen wir als Bezugsabschnitt für den Blasenhals oberes Symphysenhinter- wanddrittel, mittleres Symphysenhinterwanddrittel und unteres Symphysenhin- terwanddrittel, so finden wir bei randomisierter radiomorphologischer Untersu-chung an gesunden Frauen Level I-Faälle (hochsitzender Blasenhals) in 9%, Level II-Fälle (mittelhochsitzender Blasenhals) in 36% und Level III-Fälle (tiefsitzender Blasenhals) in 55%. Die ursprüngliche Blasenhalstopik ist entscheidend für Operationstechnik und Operationsergebnis. Leider ist bei inkontinenten Patientinnen im Descensus-Stadium und auch durch ein aktuelles Viscerogramm nicht zu erfassen. Da aber die originäre, ursprüngliche Blasenhalstopik als Kontinenzmerkmal den Schlüssel zur chirurgischen Streßinkontinenztherapie liefert, sollte diese ausfinding gemacht warden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • J. Lahodny
    • 1
  1. 1.Gynäkologische AbteilungKrankenhaus St. PöltenAustria

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